Arendsee

Uferbereiche teilweise gesperrt: Auf der Suche nach Munition im Arendsee

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde alte Munition im Arendsee entsorgt. Diese wird Stück für Stück wieder herausgeholt. Darum sind einige Uferbereiche gesperrt.

Von Christian Ziems
Teilbereiche der Badestelle Schramper Eck sind derzeit gesperrt. Die Fachleute suchen im Wasser nach Munition und sammeln sie ein.  Sie wird von weiteren Experten abgeholt und entsorgt.
Teilbereiche der Badestelle Schramper Eck sind derzeit gesperrt. Die Fachleute suchen im Wasser nach Munition und sammeln sie ein. Sie wird von weiteren Experten abgeholt und entsorgt. Foto: Christian Ziems

Arendsee - Bauzäune vor dem Wasser werfen bei Passanten, die am Arendsee unterwegs sind, Fragen auf. Grund für diese Maßnahme sind Arbeiten am Seegrund. Dort wird alte Munition aufgespürt, herausgeholt, abtransportiert und fachgerecht entsorgt. Während im vergangenen Jahr der FKK-Bereich im Arendseer Strandbad im Fokus stand, geht es nun auf der anderen Seite der Blauen Perle weiter. Dies bestätigte Hans-Jörg Steingraf, Flussbereichsleiter beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft.

Darum stehen am Schramper Eck Bauzäune. Denn wenn dort gearbeitet wird, dürfen aus Sicherheitsgründen keine Badegäste in diesen Bereichen sein. So bleibt derzeit ein Teil des beliebten Strandes den Fachleuten der Gardelegener Kampfmittelberäumung Stascheit GmbH vorbehalten. Als Arbeitsmittel dienen unter anderem eine schwimmende Plattform, Detektor, Schippen und Eimer. Meter für Meter wird durchsucht. Anhand von vorliegenden Messdaten gilt es, Punkte, an denen sich Munition befinden könnte, zu kontrollieren. Gefundene Stücke werden dann weiteren Experten übergeben, die sie fachgerecht entsorgen. Die Arbeiten laufen unspektakulär und ruhig ab.

Gesperrte Stellen sollen gemieden werden. Vom Schramper Eck aus geht es dann in den nächsten Wochen weiter in Richtung Wanderrast. Es wird aber immer nur ein Teilbereich mit Bauzäunen versehen, um die Einschränkungen für Seenutzer so gering wie möglich zu halten, heißt es. Der Seeweg bleibt jederzeit zugänglich.

Lösung für Seglerhafen gefunden

Zwischen Schramper Eck und Wanderrast befindet sich auch das Gelände des Regattavereins, zu dem ein Hafen gehört. Der Landesbetrieb und die Ehrenamtlichen konnten einen Kompromiss finden. An Wochentagen haben die Spezialisten Vorrang und an Wochenenden kommen die Segler zum Zug. Sie können zu ihren Booten. Hans-Jörg Steingraf würdigte im Volksstimme-Gespräch die funktionierende Zusammenarbeit. Zudem können die Spezialisten Teile des Vereinsgeländes mitnutzen, Container wurden aufgestellt.

Hintergrund für die Aktion sind Ereignisse kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals wurden vorhandene Munitionsreste teilweise in der Blauen Perle entsorgt. Durch die Trockenheit, besonders in den Jahren 2018 und 2019, kam immer mehr davon an die Oberfläche. Der Landesbetrieb reagiert und will Risiken für Menschen sowie Natur beseitigen. Nach Zeitzeugenaussagen soll die Munition einst mit Fuhrwerken bis an den Rand des Flachwasserbereiches transportiert und dort verkippt worden sein.

Und genau diese Stellen gilt es zu finden. Die im vergangenen Jahr im Strandbad gesammelten Erfahrungen zeigen: Es handelt sich bei den Fundstücken oftmals um Flugzeugbordwaffenmunition vom Kaliber zwei Zentimeter. Die Fläche, die in diesem Jahr kontrolliert wird, umfasst insgesamt rund 8000 Quadratmeter.