Salzwedel l Trostlos und vergessen: Diesen Eindruck werden manche Besucher des Altmark-Centers nicht los, wenn sie durch den roten Riesen gehen. Erst kürzlich verließ auch die Fastfood-Kette „Subway“ das einstige Prestigeobjekt. Der Mittel-Trakt ist wie leer gefegt. Einzig ein Laden für russische Spezialitäten und eine Bankfiliale halten dort die Stellung. Der Blumenladen ist längst verschwunden, das kleine Reisebüro und der Imbiss ebenso. Einzig im West-Trakt ist mit einem Supermarkt, einem Bäcker, Friseur und der Post noch Betrieb. Doch mit der Tristesse soll 2019 Schluss sein.

Textilketten im Gespräch

Nachdem Teile des Objekts, unter anderem der Mittel- und West-Trakt, im Jahr 2007 an ein Berliner Unternehmen verkauft wurde, grassierte der Leerstand. „Der Eigentümer hatte sich nicht um die Belange der Mieter gekümmert. Auch nicht beim Thema Modernisierung“, klagt Sylvia Speck. Sie und ihr Mann Andreas sind die Verwalter, vertreten die Interessen des Eigentümers. Der ist seit 2017 übrigens wieder der alte. Denn Alteigentümer Karl-Michael Denker hatte das Gebäude im vergangenen Jahr zurückgeholt. Seit jeher Zeit laufen Planungen und Gespräche, das Gebäude wiederzubeleben. Den Mittel-Trakt mit seinen ehemals mehreren Einzelgeschäften soll es nach dem Umbau nicht mehr geben. „Das wird ein großer Laden bis zur Volksbank“, erklärt Andreas Speck. Eine Ladenfläche auf etwa 1000 Quadratmetern. „Hierzu laufen mit zwei großen Textilketten Gespräche für eine Gesamtanmietung“, weiß Sylvia Speck, die zuversichtlich ist: „Es ist davon auszugehen, dass dann überregional Kunden angelockt werden.“ Bereits Mitte 2019 könnte es zu einer Neueröffnung kommen“, hoffen die Verwalter. „Ob es zu halten ist, wird sich zeigen“, sagt er. Neben den interessierten Textilketten soll es noch weitere kleine Interessenten geben.

Altersgerechtes Wohnen

Die Drogeriekette Rossmann und auch Edeka bleiben, wo sie sind. Aber: Edeka plant, sich zu vergrößern. „Sie wollen bis zu 7,50 Meter ausbauen“, verrät Andreas Speck. Das ganze zum großen Parkplatz hinaus. „Es könnte ähnlich wie bei Kaufland laufen“, spekuliert Andreas Speck. Dort wurde auch für den Leergutbereich ausgebaut. Unterm Strich sollen beide Läden nach dem Umbau attraktiver werden. Daher sind die Firmen in die Umbaupläne eingegliedert.

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Ganz andere Vorhaben stehen am Kaufhaus Buchenallee, ehemals Dänisches Bettenlager und einstiger Sitz des Amts für Landwirtschaft, an. Auch das Objekt gehört zum Gesamtkomplex Altmark-Center. „Dort werden mehrere altersgerechte Wohnungen auf rund 2700 Quadratmetern entstehen“, blickt Andreas Speck voraus. „Die Verhandlungen sind abgeschlossen, das ist alles unterschrieben.“ Darunter, im Bereich des ehemaligen Bettenlagers, solle umgebaut werden. „Dazu gibt es Verhandlungen mit Firmen im Non-Food-Bereich“, verrät Andreas Speck.

Gebäude wird madig geredet

Auch zum Gesamtkomplex gehört das Gebäude, in dem heute der Billigdiscounter Tedi und die Agentur für Arbeit untergebracht sind. Zwar soll das Gebäude erstmal so bleiben, wie es ist. Aber auch dort gibt es Überlegungen zur Veränderung. „Noch gibt es aber nichts konkretes“, sagt Sylvia Speck. Ebenso im Ost-Trakt, aus dem kürzlich das Haushaltswarengeschäft XXL-Markt/Euronics ausgezogen ist. Aber: „Die Verhandlungen mit einem Mieter laufen bereits“, so Andreas Speck.

„Es stimmt eben nicht, dass sich kein Unternehmen für Salzwedel interessiert“, erklärt Sylvia Speck. „Es gibt genug.“ Aus ihrer Sicht werde das Objekt zu unrecht madig geredet, gerade in sozialen Medien wie Facebook. Das könnte sich ab 2019 ändern, wenn im Center wieder flaniert werden soll.