Salzwedel l Emsiges Treiben im Wohngebiet Arendseer Straße. Derzeit wird das Gebäude an der Buchenallee, in dem sich das Dänische Bettenlager befand, komplett entkernt. Bis 2020 soll dort eine Pflegeeinrichtung für Senioren entstehen. Aber der Reihe nach.

Seit Jahren stehen viele Teile des Altmark-Centers leer. Sowohl der rote Riese selbst, als auch der Teil in der Buchenallee (Foto oben) oder auch im Komplex, in welchem sich derzeit unter anderem die Arbeitsagentur befindet. Doch es kommt mächtig Bewegung in die Sache. Im Oktober 2018 titelte die Volksstimme, „Der rote Riese wird umgebaut“. Eben jener Umbau ist nun in vollem Gange.

Andreas Speck, Immobilienverwalter für das Altmark-Center, blickt voraus. „Hier wird eine Pflegeeinrichtung auf drei Etagen mit insgesamt 2500 Quadratmetern entstehen“, erklärt er. Sowohl Pflege, als auch betreutes Wohnen. „Der Bedarf ist vorhanden.“ Zu diesem Zweck wird das Gebäude zur Zeit komplett entkernt. Mit dem künftigen Träger, welcher in Magdeburg ähnliche Einrichtungen betreibt, sei alles unterschrieben. In dem riesigen ehemaligen Bürokomplex, in dem einst auch das Finanzamt saß, sollen ab 2020 Betten für 51 Senioren stehen. Aufgeteilt in 37 und 54 Quadratmeter Wohnungen. „Wer in das betreute Wohnen zieht, kann relativ autark Leben. Wer keinen sehen will, macht die Tür zu. Wer aber Hilfe oder Gesellschaft braucht, hat sie im Haus.“ Ein Fahrstuhl gewährleistet einen problemlosen Aufstieg in die Etagen. „Der wird aber noch verbreitert, so dass man auch ein Bett reinschieben kann“, blickt Speck voraus.

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Umbau im Millionenbereich

Noch aber wird das Haus bis auf den Beton entkernt. Wasser, Strom, Heizung und Abwasserleitungen werden neu installiert. Alle Wände fliegen raus und werden mit Trockenbau neu gezogen. Eine Baumaßnahme im Millionenbereich. „Wir haben am 13. Dezember mit der Entkernung begonnen“, sagt Andreas Speck. Bis zum 22. März sollen die Arbeiten erledigt sein und nahtlos mit dem Gewerk begonnen werden. Derzeit laufen die Arbeiten auf Hochtouren, denn bereits 2020 soll das Objekt bezugsfertig sein. Doch Interessenten brauchen dem Immobilenverwalter nicht das Büro einlaufen. „Wir sind nicht der Träger und somit auch nicht Vermieter“, erklärt Speck. Das sei der Magdeburger Träger. „Anrufe bei uns sind zwecklos.“ Aber: Noch in diesem Jahr wird ein Ansprechpartner bekanntgegeben, an den sich mögliche Interessenten wenden können. „Ich werde das auch noch einmal über die Zeitungen kommunizieren“, versichert Speck. Alles andere blockiere nur sein Tagesgeschäft.

Das Altmark-Center wurde 2007 an ein Berliner Unternehmen veräußert. Seitdem macht das einstige Prestigeobjekt mit Leerstand Schlagzeilen. Reisebüro, Schreibwarenladen, Bäcker, Spirituosen- und Bekleidungsladen sowie Pizzeria und Imbiss suchten längst das Weite. Hinter vorgehaltener Hand wurde bemängelt, dass die Miete stetig angehoben, aber nicht in die Substanz investiert wurde. „Ich weiß nicht, wie man dass so verkommen lassen konnte“, ärgert sich Andreas Speck. Aber auch mit dem Leerstand im „roten Riesen“ soll bald Schluss sein. Denn aus dem Mittelgang, wo einst in mehreren kleinen Läden geschäftiges Treiben herrschte, soll bald ein großer Laden mit 1000 Quadratmeter entstehen. Und das ist kein Luftschloss. „Der Vertrag ist unterschrieben“, versichert Speck. Den Namen des künftigen Mieters will er noch nicht nennen. Nur soviel: Es wird ein Geschäft mit überregionaler Bedeutung. Denn der „rote Riese“ soll bald wieder Kunden in sein Gemäuer locken. Auch im Bereich der Rolltreppe entsteht ein Umbau. Die Rolltreppe wird verschwinden, die Treppe nach dem Umbau seitlich in das Obergeschoss führen. Der Zugang zur öffentliche Toilette wird ebenfalls versetzt. „Wenn alles nach Plan läuft, haben wir 2020 wieder eine Vollvermietung. Denn auch für den Bereich im ehemaligen XXL-Markt gibt es Gespräche mit Interessenten. „Das ist aber noch nichts konkretes“, sagt Andreas Speck.

Anders bei den Räumlichkeiten unter dem Dach des ehemaligen Elektronikgeschäfts. Denn dort soll barrierefreier Wohnraum für sechs bis acht Wohnungen entstehen. „Aber erstmal haben unsere laufenden Projekte Priorität“, so Andreas Speck.