Salzwedel l Ruhe – ein paar Vögel zwitschern von den Bäumen, ein paar Grillen zirpen. Ansonsten nichts als Stille. Das Liestener Waldbad liegt im Dornröschenschlaf. Wo einst Kinder ausgelassen tobten und Badegäste Abkühlung suchten, ist heute kein Mensch mehr zu sehen. Die Bänke werden in wenigen Tagen gar nicht mehr zu sehen sein. Schon jetzt hat das hohe Gras die Sitzflächen erreicht. Aus den Fugen der Pflastersteine ist Unkraut gewachsen, auch der Volleyballplatz bietet allerlei Pflanzen ein Zuhause.

Es mutet an wie ein Naturschutzgebiet, kaum vorstellbar, dass in den Becken jemals wieder Schwimmer ihre Bahnen ziehen könnten. Algen haben sich dort breitgemacht. Das Wasser, dass in den Becken gelassen wurde, gleicht einem Tümpel.

Nutzungsvertrag angestrebt

Besonders für die Mitglieder des Liestener Waldbadvereins ist der Anblick, den die Freizeiteinrichtung derzeit bietet ein Stich ins Herz. Das Gelände betreten, um es zu pflegen, wurde ihnen von der Stadtverwaltung untersagt. Mitarbeiter des städtischen Bauhofes werden aber allem Anschein nach auch nicht dorthin geschickt.

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Doch die Liestener haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben. „Wir befinden uns nach wie vor in Verhandlungen mit der Stadt. Von uns wird ein Nutzungsvertrag angestrebt“, erklärt Andreas Weigelt, Vorsitzender des Waldbad-Fördervereins im Gespräch mit der Volksstimme.

Ähnliche Konstellationen gibt es bereits mehrfach auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf, etwa in Apenburg oder Dähre. Mitglieder des Waldbadvereins hatten sich mit den dortigen Vereinen in Verbindung gesetzt. Wann und ob es zu einer Einigung mit der Stadt kommt, kann Andreas Weigelt nicht sagen.

Stadt will verkaufen

Bürgermeisterin Sabine Blümel machte den Verantwortlichen auf Nachfrage allerdings wenig Hoffnung auf den Abschluss eines solchen Vertrags. „Dann würde uns das Waldbad weiterhin gehören und wir wären damit in der Haftung“, sagte das Stadtoberhaupt.

Der Verein könne das Waldbad für einen Euro von der Stadt erwerben. „Dieses Angebot besteht. Wir würden auch einen jährlichen Defizitausgleich zahlen“, erklärte Sabine Blümel. Die notwendigen umfangreichen Sanierungsarbeiten könne die Stadt aber nicht finanzieren. Das würde dann der Verein als neuer Besitzer übernehmen müssen.

Zur Pflege das Waldbades erklärte die Bürgermeisterin, dass das Areal natürlich auch Bestandteil des Pflegeplans des Bauhofs sei. „Nicht genutzte Flächen werden verständlicherweise nicht so oft gepflegt, wie genutzte Flächen. Trotzdem werden die Maßnahmen auch für das Liestener Waldbad aufrecht erhalten“, so Sabine Blümel.