Salzwedel l 500 Unterschriften überreichte Ortrun Cyris an Kreistagspräsident Heinrich Schmauch. Zuvor war sie für ihre Fraktion Grüne/Freie Liste ans Mikrofon getreten. Im Altmarkkreis gebe es viele Pendler. Die Straßen, auf denen sie unterwegs sind, seien teils eine Katastrophe. Sie fordere daher die zuständigen Baulastträger auf, die investiven Mittel für Instandhaltung und Sanierung aufzustocken. Zudem gelte es, bei Sanierungsplänen den Faktor der Frequentierung von Straßen aufzugeben und nur noch eine Bewertung des jeweiligen Zustandes zugrundezulegen. Sie bat die anderen Fraktionen um Unterstützung, damit es für jene, die in der strukturschwachen Region bleiben, nicht noch mehr zur Zumutung werde, mobil sein zu müssen.

Landrat Michael Ziche vermisste bei dem Statement den Adressaten. Und bat, die Forderung noch einmal zu konkretisieren. Er räumte ein, dass gerade im Raum Brunau/ Arendsee – Cyris ist Ortsbürgermeisterin in Brunau – einige Straßen in sehr schlechtem Zustand seien. Bei Sanierungen werde die Belastung einer Straße mit Fahrzeugen aber nicht zugrunde gelegt, widersprach er Cyris in diesem Punkt.

Nichtsdestotrotz decke sich der Aufruf der Bürger an die Politik mit seiner Initiative über die kommunalen Spitzenverbände, Geld für den Straßenbau vom Land zu bekommen. Denn Mobilität sei in der Altmark lebensnotwendig. Bisher gebe es nur Förderung vom Bund aus den sogenannten Entflechtmitteln. 2,3 Millionen Euro stehen im Kreis 2018 für Ausbaupläne aus diesem Fördertopf zur Verfügung. Dabei müssen auch die Vorhaben der Städte und Gemeinden berücksichtigt werden. Für Investitionen im Tiefbaubereich sind im Kreishaushalt 1,356 Millionen Euro geplant, davon 1,18 Millionen Euro für die Kreisstraßen. Begonnen werden sollen der Ausbau zwischen Dammkrug und Thüritz, Planungen für die Brücke bei Immekath und der Bundesfeldweg zwischen Bundesstraße 190 und Ritze. Eine Brücke über die Purnitz soll fertiggestellt werden, Kostenpunkt: 808 000 Euro. Zudem steckt der Kreis in diesem Jahr 950 500 Euro in die Unterhaltung.

Mittel reichen nicht

Die Mittel des Kreises reichten dennoch nicht, um seine Straßen umfassend instandzusetzen, schätzt Ziche ein. Insgesamt sind das rund 514 Kilometer. Alle Landkreise in Sachsen-Anhalt bekommen zusammen 30,7 Millionen Euro dafür zur Verfügung gestellt. Die Kommunen fordern jetzt mehr als eine Verdopplung auf 80 Millionen Euro. Ziche: „Wir können den Sanierungsstau nur beheben, wenn wir mehr Geld von Land und Bund bekommen.“ Allerdings machte er klar, dass es aufgrund des Bevölkerungsschwundes nicht möglich sei, auf längere Sicht jede Straßen zu erhalten.

Das Thema soll nun in den Bau- und Wirtschaftsausschuss verwiesen werden. Und wegen der maroden Landesstraßen müsse es Gespräche mit der zuständigen Straßenbaubehörde geben.