Pretzier l Vorsichtig manövriert ein Tieflader auf einem Feld mit Waldstück zwischen den Salzwedeler Ortsteilen Pretzier und Stappenbeck. Ein Kran positioniert sich daneben. Ein riesiger Wassertank mit 50 Kubikmeter Fassungsvermögen wird aufgestellt. Das tonnenschwere Objekt sieht etwas unwirklich auf dem sonst von der Natur bestimmten Areal aus. Das graue Monster hat einen ganz simplen wie wichtigen Grund: die derzeitige Waldbrandstufe 4 im Altmarkkreis Salzwedel. „Wir sollen uns darum kümmern, so viel Wasser wie möglich vorzuhalten“, erklärt Christian Kurschel, Gründungsmitglied des Festivals. Daher müssen Auflagen gewährleistet werden.

Besondere Auflagen wegen Waldbrandstufe

Dazu hat die Stadt Salzwedel eine Ordnungsverfügung für das Festival erlassen, weiß Birgitt Eurich, Sprecherin des Altmarkkreises. Dazu gehört unter anderem die Gefahrenabwehr – gerade mit Blick auf die Waldbrandwarnstufe. Das bestätigt auch die Stadt Salzwedel, in Person von Sprecher Andreas Köhler. Demnach seien offene Feuer grundsätzlich untersagt und eine große Anzahl an Feuerlöschern bereitzuhalten. „Wir hatten schon immer viele Feuerlöscher, erklärt Forest Jump-Mitglied Tillmann Loth, der für dieses Jahr noch weitere organisiert hat. „Mit dem ‚50-Kubik-Tank‘ sind wir gut aufgestellt“, schätzt Michel Milewski vom Forest Jump-Team ein. Zumindest bei den Waldbrandstufen 3 und 4 soll der Behälter mit Feuerwehrschläuchen als Sicherung genügen. Ein mobiler Tank mit vier Kubikmetern Wasser hinter einem Traktor steht auch bereit. „Sollte es aber zur Waldbrandstufe 5 kommen, haben wir durchgehend Kameraden der Feuerwehr aus Pretzier vor Ort“, erläutert Michel Milewski. Die Macher des Festivals weisen darauf hin, dass Feuer jeglicher Art verboten sind. Ebenso Pyrotechnik. Das ganze Festival-Gelände samt Campingplatz werden sicherheitshalber mit einem Rasensprenger des Fußballvereins SV Eintracht Salzwedel vorab gewässert.

Unterdessen brummen die Akku-Schrauber. Ein hölzernes Ungetüm zieht die Blicke auf sich. „Was das genau wird, können sich die Gäste am Wochenende ansehen“, sagt Michel Milewski, „das wird eine Überraschung.“ Am Eingang werkeln Helfer vom Autonomen Zentrum Kim Hubert und bauen die Bio-Toiletten. Andere machen sich an einem Zaun zu schaffen, wieder andere bauen am Ausschank. Alles aus Holz versteht sich. „Wir haben für die Vorbereitung und am Wochenende selbst mehr als 90 Leute im Einsatz“, weiß Milewski. Alles Freunde und Unterstützer des altmärkischen Festivals.

Bilder

Breites Angebot und wenige Restkarten

Überall auf dem Gelände liegen derzeit noch diverse Holzelemente, die das Gelände in den Zauberwald verwandeln sollen. Ein Kunstfächer wird die Gäste begrüßen, ein Flugzeug über diesem schweben, ein großes Hamsterrad zum Laufen und eine Chillarea mit Brunnen zum Entspannen einladen. Dazu ein Baumhaus samt Rutsche, das Forest Jump-Wohnzimmer mit Liveübertragung von der Bühne, dazu eine Netzliegewiese und eine Galerie mit Bildern. Das Ganze mit hunderten Lichtern in Szene gesetzt.

„In diesem Jahr wird es eine Premiere geben – das erste Forest Jump-T-Shirt mit dem gesamten Line-Up auf dem Rücken und unserem Logo auf der Brust“, sagt Michel Milewski freudig. Wer keines abbekommt, muss sich aber keine Sorgen machen: „Wir drucken nach“, verspricht Milewski. Am eigenen Siebdruckstand können die Gäste zudem wieder eigene Klamotten bedrucken – auch künftig gegen Auftrag für Schulen und andere. „Bringt eure Sachen mit“, sagt Stephan Reichard vom Festival-Team.

Auch Veganes im Angebot

Bei der Verpflegung haben die Macher auch wieder die Vegetarier und Veganer im Blick. Auf der Speisekarte finden sich die berühmten Forest Fries, Pommes aus eigenem Kartoffelanbau mit veganer Sour Cream. Auch das Knobi-Baguette wird vegan angeboten, ebenso wie süße Brownies. Dazu wird es noch Waffeln und eine Nudelpfanne geben, weiß Helferin Anna Seifert. Am Morgen wird es zudem Frühstück auf dem Campingplatz geben.

Einzig mit den 1200 Eintrittskarten wird es jetzt sehr eng. „Wir haben nur noch ganz wenige Wochenend-Tickets“, weiß Mileweski: „Die Tageskarten für Sonnabend sind bereits vergriffen, wir haben nur noch knapp 100 für Freitag.“ Wer nun noch eine Karte benötigt, sollte Freitag, 24. August, noch vor 16 Uhr vor Ort sein, denn dann öffnet der Zauberwald bereits seine hölzernen Pforten. 17 Uhr wird die Kapelle „Kaffkönig“ den Auftakt spielen, ehe 23.15 Uhr die Headliner „Neonschwarz“ die Besucher in Ekstase versetzten wird. Am Sonnabend wird ab 14 Uhr Musik gespielt, ehe am Sonntag bis 16 Uhr alle Gäste abreisen.

+++ Update +++

Mit Stand vom 21. August in den Abendstunden ist das Forest Jump-Festival erstmals ausverkauft. Gäste ohne Karten werden nun gebeten dem Gelände fern zu bleiben. Selbst der Campingplatz ist tabu. Die Veranstalter geben dazu auf Facebook folgenden Hinweis: "Solltet ihr kein Ticket haben, seht bitte davon ab, trotzdem zu kommen, auch auf den Campingplatz werdet ihr keinen Zutritt haben."

Weitere Infos findet ihr auf der Homepage oder der Facebook-Seite vom Forest Jump-Festival.