Salzwedel l „Wir sind alle sehr traurig und ich habe mir fest vorgenommen, nicht zu weinen“, sagte Doris Kopp, Vorstandsvorsitzende des Seniorenklubs Salzwedel West, mit Tränen in den Augen.

Aus nach 28 Jahren

Nach 28 Jahren ist es leider so weit: Der Seniorenklub Salzwedel West löst auf. „Am Mittwoch, 9. Oktober, haben wir das Ende des Vereins in unserer Jahreshauptversammlung beschlossen. Wir müssen uns auflösen, weil wir keinen Nachfolger als Kassenwart und als Vorstandsvorsitzenden finden. Ohne den Kassenwart sind wir als Verein nicht geschäftsfähig“, erklärte die Vorstandsvorsitzende, Doris Kopp, bei der letzten Weihnachtsfeier des Vereins im Freizeitcenter Salzwedel. Die Stimmung der rund 120 Gäste im Saal war einerseits fröhlich und andererseits bedrückt.

Kopp ist seit 2015 Rentnerin und ab 2017 als Vorsitzende tätig. „Ich bin damals in den Job so rein gerutscht. Man hat mich einfach gefragt“, erzählte die 67-Jährige lächelnd. Sie hätte ihren Posten auch noch ein Jahr lang weiter gemacht, wenn sich ein Kassenwart gefunden hätte. „Ab 2020 ruht alles, bis der Verein Anfang 2021 endgültig aufgelöst wird“, gab sie an.

Rund 20 Veranstaltungen pro Jahr

Aktuell habe der Verein 168 Mitglieder. „Es gab mal Zeiten, da waren wir über 200 Senioren, aber einige sind ausgetreten oder verstorben.“ Insgesamt unternahm der Verein einiges mit seinen Mitgliedern. „Im Jahr hatten wir rund 20 Veranstaltungen. Wir sind unter anderem nach Hamburg, Berlin, Sylt oder München gereist. Dann haben wir Sportfeste, Glühweinnachmittage oder Kartoffelessen veranstaltet. Bei unseren Mitgliedern kam auch die nostalgische Party mit DDR-Essen immer gut an“, meinte sie lachend.

„Das alles wird mir fehlen. Aber besonders die Gruppe der über 80-Jährigen tut mir leid, weil sie nun nicht mehr verreisen können. Ich denke, dass ich diese Gruppe mal einladen werde.“ Eine letzte besondere Ehre wurde Kopp zuteil, als sie sich zur Feier des Tages des Ehrenamts ins Ehrenbuch der Stadt Salzwedel eintragen durfte. „Mir wird auch die monatliche Vorstandssitzung fehlen. Besonders die nächsten Tage und die Zeit nach unserer Silvesterfeier in Jeggeleben wird für viele schwer werden.“

Auch die 65-jährige Salzwedelerin Karin Kühn findet die Auflösung sehr bedauerlich. „Ich bin erst seit ungefähr einem Jahr dabei. Ich werde den Verein vermissen.“

Gisela Krippel ist seit 2008 Mitglied und sehr traurig über das Ende des Seniorenklubs. Jedoch hat die 79-Jährige noch einen Lichtblick: „Wir haben ja noch unsere Rommé-Gruppe.“

Einzelne Gruppen haben weiterhin Bestand

Der Verein besteht außerdem aus verschiedenen Gruppen. „Wir haben zum Beispiel eine Fahrrad- oder eine Kegelgruppe. Alle bleiben weiter bestehen und organisieren sich selbst. So wie ich die Mitglieder kenne und einschätze, wird das auch funktionieren“, blickte Kopp abschließend zuversichtlich in die Zukunft.