Arendsee l „Schauen Sie mal da. Genau das meine ich“, so Heinz Tietke beim Volksstimme-Gespräch und lenkte den Blick in Richtung Bahnhofstraße. Eine Frau passierte die Fahrbahn mit einem Rollator. Dabei ging sie ein gleich doppeltes Risiko ein. Vom sicheren Gehweg musste die Frau erst auf die Alte Poststraße, um dann im Kreuzungsbereich über die Bahnhofstraße und zum Aldi zu gelangen. Der Grund: Der Bord wurde in diesem Bereich nur an dieser Stelle abgesenkt.

Mehr Sicherheit auf der Kreuzung gefordert

Einen Fußgängerüberweg gibt es auf der Bahnhofstraße. Aber dieser befindet sich ein Stück weiter an der Apotheke. Auch ohne solch einen Überweg könnte es in diesem Verkehrsbereich sicherer zugehen. Davon ist Heinz Tietke überzeugt. Der Bauingenieur spricht von Planungsfehlern und nennt in Sachen Barrierefreiheit ein weiteres Beispiel. Wer von einigen Grundstücken der Alten Poststraße aus auf einen Gehweg möchte, der muss, um den hohen Bordstein zu umgehen, zunächst etwa 20 Meter auf der Fahrbahn laufen. Dies ist vor allem beim Benutzen von Rollatoren oder Kinderwagen nötig. Es mangelt an abgesenkten Bordsteinen. Der Arendseer steht in Kontakt mit der Verwaltung. Für viele Details konnten allerdings noch keine Lösungen gefunden werden.

Bei einem Problem wurde vor Ort gehandelt. Die Mulden neben dem Fahrbahnrand sind tiefer, um die Wassermengen bei Regen aufnehmen zu können. Doch Heinz Tietke bleibt skeptisch. Mehrfach gelangte bereits Wasser von der Fahrbahn auf sein Grundstück. Das Niederschlagswasser fließt von der gesamten Fahrbahn, ab der Wendeschleife an der Mühlenstraße bis kurz vor die Bahnhofstraße. Im dortigen Bereich der Alten Poststraße befinden sich drei Einläufe. Doch es geht dort bergauf. Immer wieder sammelt sich Wasser, Pfützen entstehen.

Straße für maximal 7,5 Tonnen gebaut

Zudem klappert ein Schachtdeckel. Bei einer Untersuchung kam heraus, der darunter liegende Betonring/Distanzring ist locker. Dies könnte eine Folge der ständigen Belastung sein. Die Straße samt Unterbau ist für maximal 7,5 Tonnen ausgelegt. Die Beschilderung weist darauf hin. Allerdings: Busse dürfen dort fahren. Die sind schwerer. Die Folgen dieser Verkehrsentscheidung sorgen für weiteres Unverständnis bei Heinz Tietke und anderen Bewohnern.

„Die Straße sieht nicht wie eine 18-Jährige, sondern wie eine 80-Jährige aus“, hat der Bauingenieur in einem Schreiben an die Stadt formuliert. Er verweist auf größer werdende Bereiche zwischen den Steinen. Dadurch geht die Stabilität verloren. Unebenheiten sind bereits mit bloßem Augen zu sehen. Der Arendseer sieht baulich zum Beispiel an der Einfahrt zum Kinder-Eltern-Zentrum Seeperle Handlungsbedarf. Zudem müssen die Busse, die auf der Wendeschleife Mühlenstraße drehen, im Gegenverkehr auf die Seitenstreifen ausweichen. Diese wurden teilweise bereits mit Gittersteinen befestigt. Eigentlich waren diese Abschnitte ausschließlich für das Versickern des Regenwassers vorgesehen.

Verwaltung kennt die Probleme

Der Verwaltung sind die Probleme seit Jahren bekannt, auch kommunalpolitisch wurde ausgiebig diskutiert. Der bislang letzte Stand: Die Haltestelle, die vor allem für Schulbusse dient, soll verlegt werden. Option: die vorhandene Stelle am Marktplatz nutzen. Alternative: die alte Stelle an der Johanniskirche wieder aktivieren. Um die Feldstraße, über die die Busse dann verstärkt fahren müssten, zu entlasten, kann diese als Einbahnstraße ausgewiesen werden. Die Verwaltung hat von den Stadträten den Auftrag erhalten, dies mit weiteren zuständigen Stellen wie dem Kreis und der Personenverkehrsgesellschaft zu besprechen.

Über den aktuellen Stand in Sachen Alte Poststraße soll seitens der Verwaltung während des nächsten Ordnungsausschusses informiert werden. Dieser beginnt am Dienstag, 16. Februar, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Kaulitz. Für Heinz Tietke und weitere Anlieger ist klar: Für die Busse müssen andere Wege gefunden werden. Der Arendseer beobachtet immer wieder, wie die großen Gefährte auch am Abzweig Feldstraße Mühe haben, voranzukommen. Pkw-Fahrer müssen teilweise zurücksetzen, damit es nicht zu einem Zusammenstoß kommt.