Salzwedel l Die Zeigefinger fliegen geradezu über die weißen Seiten, bedruckt mit schwarzen Buchstaben. Auch das ein oder andere Lesezeichen kommt zum Einsatz, denn gutes Vorlesen erfordert höchste Konzentration. Und die brachten die sieben Teilnehmer des Kreisentscheids beim Vorlesewettbewerb um die „Lese-Krone Sachsen-Anhalt 2018“ am Mittwochnachmittag auf dem Dachboden der Bibliothek Salzwedel mit. Dabei entpuppte sich die Auswahl der Gewinner für die dreiköpfige Jury als alles andere als einfach. Denn die Viertklässler gaben in den zwei zu bestehenden Runden ihr Bestes.

Zu Beginn des Wettbewerbs durfte jeder Lesekandidat für zwei bis drei Minuten einen Ausschnitt aus einem selbstausgewählten Buch vorlesen. Die Juroren vergaben dann Punkte in den Kategorien Lesetechnik, Textverständnis und Textgestaltung. Dazu gehörten zum Beispiel die Beherrschung von deutlicher Aussprache, sinngemäßer Betonung oder das Lesetempo. „Wichtig ist auch die Präsenz der Kinder beim Vorlesen“, erzählt Jurorin und Vorstandsmitglied des Bibliotheksfördervereins Ute Juschus.

Zweite Runde war kniffliger

„In diesem Jahr sind alle Kinder sehr gut“, ergänzt Kerstin Gromeyer, Leiterin der Kinderbibliothek und Jurorin. An den Vorlese-Start gingen in diesem Jahr: Victoria Barth von der Perver Grundschule (GS), Helene Dossin (Lessing GS), Leonie Kendzia (GS Pretzier), Rebecca Scharff (GS Kuhfelde), Ludger Seifert (Evangelische GS) und Eva Wohlgemuth (GS Diesdorf). Ida Meier von der Grundschule Brunau war an dem Tag spontan für ein fehlendes Kind beim Wettbewerb eingesprungen. Diese Leistung wurde von den Organisatoren Silke Rosch und Kerstin Gromeyer sowie den rund 15 Zuschauern mit Applaus gelobt.

Etwas knifflig war dagegen die zweite Runde des Vorentscheids, in der ein unbekannter Text vorgelesen wurde. „Jetzt habt ihr die erste Runde gut überstanden, ihr braucht nicht aufgeregt sein, ihr habt ja schon einmal in eurer Schule und beim Regionalentscheid gewonnen“, ermutigte Silke Rosch die Teilnehmer. Nach der zweiten Leserunde zog sich die Jury zurück und beriet über die einzelnen Leseleistungen.

Schüler fahren nach Magdeburg

Doch schon nach einer kurzen Pause gaben die Juroren bekannt, noch eine dritte Runde zwischen Ida Meier und Eva Wohlgemuth einzuläuten. Beide lasen erneut eine Seite des unbekannten Texts, bei dem auf den letzten Zeilen Eva Wohlgemuth das Vorlesen gewann. Zuvor hatte die Neunjährige aus dem Buch „Hotel goldene Sau“ von Måns Gahrton und Johan Unenge vorgelesen. Gemeinsam mit Ludger Seifert (9), der als einziger Junge am Wettbewerb teilnahm und der gleichaltrigen Helene Dossin, vertritt sie am 22. November den Altmarkkreis Salzwedel beim Finale in Magdeburg. Urkunden und einen Buchhandelsgutschein, gab es als Preis für alle Kinder.