Heiko Fricke: "Ich habe versucht, immer das Beste für uns herauszuholen"

Wehrleiter gibt Posten nach 30 Jahren ab

Von Christina Bendigs

Heiko Fricke hat die Abbendorfer Feuerwehr 30Jahre lang geleitet. Sein Sohn Martin Fricke übernimmt das Amt. Während der Jahreshauptversammlung wurde Heiko Frickes Verdienst gewürdigt.

Salzwedel l Auch wenn er keine Träne verlor: So ganz ohne war der Freitagabend für Heiko Fricke als Wehrleiter der Abbendorfer Feuerwehr nicht. Kein Wunder, hatte er sich doch entschieden, sein Amt nach 30Jahren abzugeben. Nur zwei Aktive der Abbendorfer Wehr kennen noch zwei Wehrleiter. Alle anderen haben viele Jahre ihren Dienst nur unter der Leitung von Heiko Fricke getan. Deshalb entließen sie den Familienvater auch nicht ohne ein Geschenk - eine Fahrt nach Köln zum Tag der offenen Tür bei der Berufsfeuerwehr - aus dem Amt.

Heiko Fricke nutzte die Jahreshauptversammlung, um Rückschau auf seine 30-jährige Amtszeit zu halten. 1983 habe er die Feuerwehr übernommen, auch damals schon eine stabile Wehr, wie er in seiner Ansprache erinnerte. Noch in dem Jahr gründete Heiko Fricke eine Frauengruppe. Gern erinnert er sich noch daran, wie der erste LO kam - und ging. Während eines Einsatzes fing das Fahrzeug selbst Feuer. "Da mussten wir erst mal ihn ausmachen", erzählte Heiko Fricke mit einem Augenzwinkern. Das Nachfolger-Fahrzeug kam aus Diesdorf und blieb der Feuerwehr bis ins Jahr 2000 erhalten. 1987 gründete Fricke mit seinen Kameraden die Jungen Brandschutzhelfer, im gleichen Jahr erhielten die Abbendorfer die Auszeichnung "Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr". 1989 wurde Heiko Fricke Brandmeister und ist es bis heute. Da lassen sich einige Parallelen zum Brandmeister a.D. aus Schönewörde (Niedersachsen) ziehen. Aus diesem Ort stammt die Partnerwehr der Abbendorfer. Erstes Treffen war am 10.März 1990 in Schönewörde. "Und wir haben gleich gemerkt: Wir passen zusammen", erinnerte Heiko Fricke. Nur zwei Wochen später folgte ein Gegenbesuch der Schönewörder in Abbendorf. Die Partnerschaft besteht bis heute. So war auch Brandmeister a.D. Rolf Feldmann aus Schönewörde am Freitag Gast der Jahreshauptversammlung in Abbendorf. Auch er hatte sein Wehrleiteramt nach 30Jahren abgegeben. 1997 wurde das Abbendorfer Gerätehaus erweitert, das erste Gerätehaus, das in der Region gebaut wurde, berichtete Heiko Fricke rückblickend. Viele weitere technische Fortschritte wurden möglich.

Warum Heiko Fricke sein Amt abgibt? "Es ist Zeit, den Posten an jüngere, ausgebildete Kameraden weiterzugeben", begründete er seine Entscheidung. Sein Dank galt seiner Familie, vor allem seiner Frau, die ihm stets "den Rücken freigehalten hat, wenn es um die Feuerwehr ging". Die Zusammenarbeit mit den Abbendorfer Kameraden habe Heiko Fricke gefreut.

Aktiv, gut ausgebildet und engagiert

Die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf, Christiane Lüdemann, würdigte die Abbendorf Wehr als "eine relativ große Wehr, sehr aktiv, gut ausgebildet und engagiert", wie sie sagte. "Und das ist sein Verdienst", betonte Christiane Lüdemann. Sie habe Heiko Fricke als streitbaren Menschen kennengelernt. Inzwischen wisse sie diese ehrlichen, direkten Worte zu schätzen, denn sie seien Grundlage für eine gute Zusammenarbeit. Auch Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß, der fast 20 Jahre mit dem manchmal unbequemen Wehrleiter zusammengearbeitet hat, dankte ihm für dessen Engagement. Heiko Fricke stellte noch klar: "Ich habe das nicht für mich gemacht, sondern für die Feuerwehr." Er selbst erklärte: "Als Wehrleiter habe ich versucht, das Beste für uns herauszuholen." Das Ergebnis kann sich sehen lassen, da waren sich am Freitag alle Anwesenden einig. Der Feuerwehr bleibt Heiko Fricke als Erster Gruppenführer erhalten. In die großen Fußstapfen des Wehrleiters wird Martin Fricke treten. Er ist Heiko Frickes Sohn. Die Stellvertretung übernimmt Ramon Schu- bert.