Salzwedel l Allerdings hat die Kritik um den Weihnachtsmarkt, seinen Standort, die Ausstattung mit Ständen und Fahrgeschäften sowie die Sperrung der Neuperverstraße deutliche Spuren hinterlassen. Eine Analyse. Zum zweiten Mal wird der Weihnachtsmarkt auf dem Salzwedeler Rathaus- turmplatz ausgerichtet. Die Diskussionen um den Standort indes sind noch immer nicht verstummt. Manche trauern dem Areal vor dem Bürgercenter nach, weil dort die weihnachtliche Stimmung besser rüberkomme. Andere betonen, dass der Rathausturm- platz im Herzen der Innenstadt liege und deshalb der Weihnachtsmarkt dorthin gehöre. Dies sieht auch Bürgermeisterin Sabine Blümel so, die maßgeblich dazu beigetragen hat, dass der Markt dort stattfindet, wo er jetzt ist. Dass sich daran vermutlich nichts mehr ändern wird, davon geht auch Jost Fischer aus. „Der Standort wird bleiben“, sagt er gegenüber der Volksstimme. Allerdings macht er auch deutlich, dass künftig die „Stadt ein bisschen mehr in die Pflicht genommen werden muss“. Schließlich handelt es sich um eine gemeinsame Veranstaltung.

An der Dauer wird wohl festgehalten

Deshalb müssen sich die Organisatoren gemeinsam Gedanken machen, wie der Weihnachtsmarkt in Zukunft noch attraktiver gestaltet werden kann. An der Dauer des Marktes – in diesem Jahr vom 30. November bis 16. Dezember – möchte Fischer festhalten. Auch Bürgermeisterin Blümel hatte bei der Eröffnung betont, es sei keine Selbstverständlichkeit in einer Stadt der Größe Salzwedels, dass ein Markt 16 Tage betrieben wird.

Neben Standort und Dauer war in den vergangenen Tagen auch das Aufstellen der Stände Gegenstand teilweise hitziger Diskussionen, die auch bis unter die Gürtellinie reichten. Vorläufiger Höhepunkt war der Rücktritt Otto Wüstemanns von seinem Amt als Marktmeister. Er war es vermutlich leid, immer mit denselben Vorwürfen konfrontiert zu werden. Durch den Abgang entsteht in der Werbegemeinschaft ein Loch in Sachen Personal. Denn es dürfte schwerfallen, die Position rasch und adäquat zu besetzen. Ein Umstand, der Fischer und seinem Team durchaus bewusst ist.

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Zudem hat Wolfgang Behrens, Fischers Stellvertreter, ebenfalls seinen Rückzug angekündigt. Fischer bestätigte Informationen der Volksstimme, nach denen Behrens mündlich seinen Rücktritt formuliert hat. „Schriftlich liegt aber noch nichts vor“, erläutert Fischer.

Von einer Zerreißprobe innerhalb der Salzwedeler Werbegemeinschaft will deren Vorsitzender aber nichts wissen. „Wir haben schon andere Sachen ausgehalten“, sagt Fischer. Allerdings sieht er in Sachen Kommunikation durchaus Verbesserungsbedarf. So sind rund 1000 Flyer gedruckt worden, die unter anderem Gutscheine für Glühwein oder Punsch und Kakao enthalten. Die Ausschankstellen sind darüber allerdings erst spät informiert worden. „Wir wollten damit einen Anreiz für den Besuch des Marktes von Montag bis Donnerstag schaffen.“ Fischer weist zudem darauf hin, dass nur Originale und keine Kopien eingelöst werden können. Im Übrigen erfolge die Annahme der Bons auf freiwilliger Basis. „Wir wollten niemandem damit schaden, sondern erhofften uns einen Werbeeffekt.“

Straßensperrung überdenken

Den umstrittenen Autoscooter, der laut dessen Gegner nicht zur weihnachtlichen Stimmung, sondern vielmehr zu einer Kirmes passe, wertet Fischer als Erfolg. Er werde sehr gut frequentiert. Außerdem verfolgte die Werbegemeinschaft den Plan, Jugendliche und jüngere Erwachsene für den Weihnachtsmarkt zu interessieren. „Wir wollten mal etwas anderes machen.“ Die Vergangenheit habe schließlich gezeigt, dass Produkte von Glasbläsern oder andere Handwerkskunst zwar gerne angesehen, aber von den Besuchern nicht gekauft werden.

Fischer ist klar, dass nach dem Markt Redebedarf besteht. „Wir müssen uns untereinander, aber auch mit der Stadt zusammensetzen und sehen, wie der Markt weitergeführt werden kann.“ Dies gilt auch für die Regelung des Verkehrs. Aufgrund der bei der Lichternacht gemachten Erfahrungen sei die Entscheidung gefallen, ein Stück der Neuperverstraße zu sperren. Offenbar wurde auch Fischer von der Intensität der von Einzelhändlern vorgetragenen Kritik überrascht. „Wir werden deshalb mit der Polizei nach einer Lösung suchen, um eine Sperrung im kommenden Jahr zu verhindern“, signalisiert Fischer Gesprächsbereitschaft.

Bei aller Kritik gibt es auch viel Positives. Das Puppentheater, von Händlern, Handwerkern und anderen Sponsoren finanziert, kommt gut an und wird als Bereicherung des Marktes gesehen. Die Vorstellungen sind proppenvoll. Deshalb wird überlegt, eventuell ein größeres Zelt aufzustellen. Die Arbeit jedenfalls scheint der Werbegemeinschaft nicht auszugehen.