Salzwedel l Der Salzwedeler Weihnachtsmarkt soll weiter auf dem Rathausturmplatz und auf der Breiten Straße aufgebaut werden. Dafür stimmten die Mitglieder des Ausschusses für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur während ihrer Sitzung am Dienstagabend mehrheitlich. Die Freie Fraktion hatte bereits im Herbst 2019 den Antrag gestellt, dass der Markt wieder auf den Platz vor dem Bürgercenter umziehen soll, doch dafür fand sich keine Mehrheit.

Auch deshalb, weil Jost Fischer (Vorsitzender) und Otto Wüstemann (Händler) für die Salzwedeler Werbegemeinschaft klar stellten, dass sich die Stadt bei einem Umzug einen neuen Veranstalter für den knapp zweiwöchige Weihnachtsmarkt suchen müsste.

„Wir würden nicht zurückgehen. Dann müsste ein neuer Betreiber gesucht werden“, betonte Wüstemann. Aus seiner Sicht als Standbetreiber, laufe das Tagesschäft auf dem Rathausturmplatz einfach besser. Bürgermeisterin Sabine Blümel sprang Wüstemann später bei. Auch die ansässigen Geschäfte an der Neuperverstraße und an der Breiten Straße würden vom Markt profitieren.

Antje Siegel-Reinhardt (Linke) hatte zuvor leichte Kritik am vergangenen Weihnachtsmarkt geübt. „Das Flair fehlte“, meinte Siegel-Reinhardt und zählte fehlende Feuerschalen und schöne Musik auf. Auch das Puppentheater, das 2018 sehr beliebt war, habe gefehlt, meinte die Stadträtin.

Versorger-Absagen

Darauf reagierte Jost Fischer als Gast des Ausschusses. Seinen Angaben nach koste das Puppentheater rund 7500 Euro. „Wir haben die Kinder gezählt. Der Betrag ist nicht zu rechtfertigen“, meinte der Vorsitzende der Werbegemeinschaft. Daher habe man bei der jüngsten Auflage täglich zwei Engel über den Markt laufen lassen, die hochwertige Geschenke an die Kinder verteilt hätten.

Ein „herber Schlag“ war aus Fischers Sicht die kurzfristige Absage von drei Essen- und Getränkestandanbietern. Das sei auf die Schnelle nicht zu händeln gewesen.

Lothar Heiser (CDU) zweifelte anschließend auch die Dauer des Marktes an. Das Ambiente auf dem Rathausturm stimme: „Einen besseren Platz gibt es einfach nicht.“ Dennoch schlug er vor, den Weihnachtsmarkt auf eine Woche zu beschränken. Damit erhofft er sich mehr Angebote in der Breiten Straße.

Sabine Blümel erteilte diesem Ansinnen eine klare Absage. „Die Salzwedeler wollen nicht nur eine Woche“, meinte die Stadtchefin. Auch Marco Heide (Linke), ebenfalls als Gast im Ausschuss, sprach sich auch gegen eine Verkürzung aus: „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Stendal hat zum Beispiel nur fünf Tage“, berichtete er. Der Stadtrat wünschte sich eher ein Mehrangebot an Ständen von heimischen Kunsthandwerkern. Das sei schon versucht worden, meinten Fischer und Wüstemann.

Mehr Programm auf der Wunschliste

Nils Krümmel (Freie Fraktion), weiterer Gast der Sitzung, blickte auf frühere Jahre zurück und bemängelte damit das aktuelle Programm auf dem Markt. „Vielleicht fehlt auch eine Hauptattraktion, früher hatten wir eine Bühne“, sagte Krümmel und ergänzte, dass dort für „kleines Geld“ Künstler oder Schüler der Musikschule auftreten könnten.

Doch auch das dürfte an den verfügbaren Finanzen scheitern. „Wenn ihr sagt, ihr plant 30.000 Euro ein, dann machen wir was“, hatte Otto Wüstemann vorher gesagt. Aus seinen Aussagen und den Ausführungen Jost Fischers ging klar hervor, dass mit den begrenzten Mitteln nicht mehr möglich sei.