Salzwedel l Nur ab und an fährt derzeit ein Lieferfahrzeug oder ein Bus der PVGS durch die Breite Straße in Salzwedel. Fußgänger und Radfahrer haben viel Platz, um an den Geschäften vorbei zu flanieren. Eine Spielstraße ist ausgeschildert.

Doch dies soll sich nach dem Wunsch der Salzwedeler Werbegemeinschaft zügig ändern. Die Einzelhändler der Hansestadt wollen bei der Stadtverwaltung einen Antrag stellen, „die breiteste Straße in der Innenstadt“ – wie es der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Jost Fischer beschrieb – für den Autoverkehr freizugeben. Und zwar als Einbahnstraße von der Neuperverstraße in Richtung der ehemaligen Post-Hauptstelle. Zunächst probeweise für ein Jahr.

Problem: Südbockhorn

Unter dem Punkt „Verkehrssituation in Salzwedel“ brachte Jost Fischer das Thema bei der Frühjahrsversammlung der Werbegemeinschaft am Dienstagabend im Hotel „Siebeneichen“ zur Sprache. Die zahlreichen Baumaßnahmen an städtischen Verkehrsadern (Altperverstraße, Südbockhorn) in diesem Jahr sorgen für Sorgenfalten bei den Einzelhändlern. Sie befürchten, dass viele Käufer der Innenstadt in den nächsten Monaten fernbleiben – spätestens, wenn ab Mai am Südbockhorn die Bagger rollen. So sieht der Plan des städtisches Bauamtes derzeit aus. Von zwei empfindlichen Nadelstichen sprach Jost Fischer während der Versammlung.

Deshalb reifte im Vorstand der Gewerbetreibenden die Überlegung, wie es Salzwedel-Besuchern beim Einkauf leichter gemacht werden könnte. Und die Breite Straße rückte ins Blickfeld. „Wir haben dann direkt zwei Gespräche mit der Polizei und der Stadt geführt“, berichtete Fischer. Dabei habe es positive Signale für das Vorhaben gegeben.

Hoffnung auf Mehrheiten

In Wahlkampfzeiten, so drückte sich Fischer weiter aus, sehe man gute Chancen, Mehrheiten in den städtischen Ausschüssen und im Stadtrat für die gewünschte Einbahnstraßenregelung zu finden. „Es sind aus unserer Sicht auch keine großen baulichen Veränderungen nötig“, betonte Fischer, der keinen Widerspruch aus den Reihen der Einzelhändler zu hören bekam. Klar wurde auch, dass die Durchfahrt tonnagemäßig begrenzt werden soll. „Ansonsten fahren ja jetzt schon Lieferwagen durch die Breite Straße“, erklärte der Vorsitzende.

Vorteile durch eine Verkehrsfreigabe würden sich auch bei der Anzahl an Parkplätzen ergeben, hieß es zudem. Zumindest eine Seite könne zum Parken freigegeben werden, meinte Fischer.