Salzwedel l Was humorvoll gemeint ist, kommt beim Betrachter nicht selten anders an. Gar nicht lustig findet die Grünen Stadträtin Cathleen Hoffmann das Plakat einer Gerüstbaufirma, das an der Kramstraße/Ecke Holzmarkstraße in Salzwedel angebracht wurde.

Darauf ist der Busen einer Frau zu sehen, der von drei Männern angehimmelt wird. Darunter steht der Slogan „Einfach gut gebaut.“ Hoffmann sieht das Ganze als diskriminierende und frauenfeindliche Werbung und hat sofort Beschwerde beim Deutschen Werberat und bei Pinkstinks Germany – eine Protest- und Bildungsorganisation gegen Sexismus und Homophobie – eingereicht.

Frau als Sexobjekt

Unterstützung erhält sie von der Gleichstellungsbeauftragten des Altmarkkreises, Claudia Masuch. „Es wird eindeutig eine Verbindung zum Körper der Frau als Sexobjekt dargestellt“, sagt sie. Das sei sexistisch und abwertend, schätzt sie ein.

Die Stadträtin habe richtig handelt, als sie den Werberat informiert hat. Sonst wäre sie als Gleichstellungsbeauftragte dahingehend aktiv geworden, betont Masuch. Das Gremium entscheide darüber, ob die Firma das Plakat entfernen muss.

Bereits eine Rüge erhalten

Das ist anscheinend schon geschehen. Wie eine Nachfrage bei der Samiez-Gerüstbau GmbH in Ronnenberg bei Hannover ergab, ist die Werbung am Freitag abgehängt worden. Zu den Gründen sagte die Firmensprecherin nichts. Allerdings hat das Unternehmen bereits Erfahrung mit derartigen Beschwerden. Es ist bereits vor zwei Jahren für ähnlich gestaltete Schilder vom Werberat gerügt worden, wie auf dessen Internetseite mitgeteilt wird.

Inzwischen berät die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen darüber, einen Antrag einzureichen, der vorsieht diskriminierende Werbung aus dem Salzwedeler Stadtbild zu verbannen.