Diesdorf l Diesen Galaabend in Perchtoldsdorf bei Wien wird Matthias Schulz, Geschäftsführer der Diesdorfer Süßmost-, Weinkelterei und Edeldestille GmbH, nicht so schnell vergessen. Schon seit einigen Jahren reicht er seine Produkte bei dem Wettbewerb ein, von denen zahlreiche mit Gold, Silber und Bronze prämiert worden sind. Doch diesmal kam es bei der internationalen Edelbrandmeisterschaft "Destillata" noch besser. „Die mit Goldmedaillen prämierten Spirituosen gehen in eine Art Stechen. Davon wird das Produkt mit der höchsten Punktzahl als Edelbrand des Jahres geehrt“, erklärt Matthias Schulz. 30 Mitbewerber habe es in der Kategorie Gin gegeben. Sein „Old Paul Dry Gin“ (benannt nach seinem Urgroßvater und Firmengründer Paul Schulz) machte das Rennen. Bereits zweimal sei er mit Gold geehrt worden. „Ich habe marginal etwas an der Rezeptur geändert, die Zugabe von frischer Grapefruit etwas reduziert. Vielleicht hat das den Ausschlag gegeben“, denkt er laut nach.

Bei den Fruchtlikören gingen 25 Kreationen in das Rennen. Sein Quittenlikör, unter anderem hergestellt aus dem im Oktober/November gepressten Saft und aus Quittenbrand, erhielt die meisten Punkte. Im Vorjahr hatte er die silberne Auszeichnung dafür erhalten. „Solch einen Likör herzustellen, ist aufwändig, wird aber von der vor allem weiblichen Kundschaft geschätzt. Der Saft bringt die Weiche im Geschmack, der Brand der Nase den typischen Quittengeruch“, beschreibt Matthias Schulz.

Zwei Edelbrände des Jahres

Eigentlich hatte er bei der Gala nicht mehr mit einer besonderen Ehrung gerechnet. Denn da war bei Bewerbern mit einer Goldmedaille der Buchstabe „S“ übersprungen worden. „Vor fünf Jahren haben wir schon einmal einen ,Edelbrand des Jahres‘ stellen können, damals den Johannisbeerbrand“, erinnert er sich. Doch dann sei die Kategorie mit zwei und mehr Goldmedaillen aufgerufen worden – und er war dabei. „Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet“, gesteht der Diesdorfer.

Die Gold-Prämierung habe es auch für „Drum Diesdorfer Rum“, „Oldmark Whisky“ und den „Haselnussgeist“ gegeben. An letzterer Ehrung sei seine Frau Anne „schuld“. „Im Vorjahr haben wir bei der Verkostung während der ,Destillata‘ einen Haselnussgeist probiert, der fast wie unserer schmeckte. Da meinte Anne, ich solle doch mal unsere Spirituose einreichen“, erzählt Matthias Schulz. Er produziere davon nur geringe Mengen aus gerösteten Haselnusskernen. Eine Nachfrage gebe es eher um Weihnachten herum. „Als ich meine Frau anrief und ihr vom Erfolg erzählte, war ihr Kommentar: ,Schön, dass du auf mich gehört hast‘“, berichtet er schmunzelnd.

Stress am Flughafen

Für den im Holzfass gereiften Apfelbrand gab es Silber, für Himbeer-, Kirschlikör und Williamsbirnen-Brand Bronze. Die Medaillen im Handgepäck sorgten für etwas Stress am Flughafen: „Ich wusste schon vorher, dass ich wieder kontrolliert werde. Aber das lasse ich gern über mich ergehen.“

Seine Eltern Stefan und Tatiana Schulz, die diesmal nicht dabei sein konnten, waren mächtig stolz auf das Ergebnis.

Matthias Schulz möchte nun die Likör-Sparte weiter ausbauen. Vielleicht gibt es bald einen Roten Johannisbeerlikör oder eine Verführung mit Waldmeister...