Salzwedel l Der Stadtrat hat am 2. Oktober den neuen Flächennutzungsplan beschlossen. Darin ist festgeschrieben, dass im Windvoranggebiet „Chüden, Stappenbeck“ nur Anlagen mit einer maximalen Höhe von 150 Metern aufgestellt werden dürfen.

Die Firma Umweltgerechte Kraftanlagen (UKA) will zwischen den Orten Chüden, Riebau, Pretzier und Buchwitz östlich von Salzwedel, Altanlagen durch moderne ersetzen. Vorgesehen ist der Rückbau von neun kleinen Windrädern auf dem Krangener Berg mit Größen von 100 Metern und einer Gesamtleistung von 9,5 Megawatt. Stattdessen sollen sechs Anlagen der neuesten technischen Generation aufgebaut werden. Sie wären mehr als 200 Meter hoch, seien aber mit einer Gesamtleistung von 33 Megawatt wesentlich leistungsfähiger, als die bisherigen, hatte UKA-Sprecherin Lisa Fritsche auf Anfrage mitgeteilt. Ein Betrieb der kleineren Anlagen sei inzwischen unwirtschaftlich, weil deren Vergütung aus dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) auslaufe.

Das sogenannte Repowering wäre auf der Grundlage des neuen F-Plans nicht möglich und dagegen hatte sich Schulz ausgesprochen. Er weiß weitere 50 Flächeneigentümer hinter sich.

Rote Blinklichter

Die Stadt verteidigt ihr Vorgehen in Sachen Höhenbegrenzung unter anderem mit der nur rund fünf Kilometer entfernten Altstadt von Salzwedel, als Flächendenkmal. Deren Silhouette mit den Kirchtürmen sei ein überregional bedeutsames Kulturdenkmal und für den Tourismus als Wirtschaftsfaktor in der strukturschwachen Altmark wichtig. Zudem wird auf die Gebiete bei Liesten und Cheine ohne Höhenbegrenzung verwiesen, wo das Gefährdungspotenzial auf die Infrastruktur geringer sei. Und ein dritter Punkt, der Schulz besonders ärgert, ist der Verweis auf die roten Blinklichter, die nachts als Sicherheit für den Flugverkehr eingeschaltet sind. „Da ist die Technik schon soweit, dass sich die Lampen nur einschalten, wenn sich ein Flugzeug oder Hubschrauber nähert“, betont er.

Willkür

Alle von der Stadtverwaltung vorgebrachten Argumente lässt er nicht gelten, weil aus seiner Sicht, die Windkraft als erneuerbare Energie viel höher angesiedelt sein sollte. In der Antwort aus der Stadtverwaltung geht es auch um das „Allgemeinwohl“ und „umweltschützende Anforderungen in Verantwortung gegenüber künftigen Generationen“. Worte, die Schulz und seine Mitstreiter als „Hohn“ empfinden. Windenergie als Alternative zu Atom- oder Kohlestrom nicht zuzulassen, könne wohl kaum als Verantwortung gegenüber künftigen Generationen bezeichnet werden, sagt er. Die Höhenbegrenzung sei willkürlich und auf Gutdünken Einzelner festgelegt worden.

Das Gebiet bei Cheine mit der Nähe zum Grünen Band werde von Windkraftplanern gemieden, weil sie Einschränkungen aufgrund von naturschutzfachlichen Belangen fürchten. Das hatte Lisa Fritsche von UKA bestätigt. Erst Recht nachdem sich dort ein Seeadler angesiedelt haben soll.

Bürgermeisterin absetzen

„So kommen wir nicht weiter“, schimpft Schulz und spricht von „Nein-Sager-Politik“. 51 Landeigentümer forderten daher den Stadtrat auf, personelle Konsequenzen zu ziehen. Im Klartext heißt das für den Pretzierer: „Die Bürgermeisterin absetzen und die zuständigen Mitarbeiterinnen in andere Ämter versetzen.“