Arendsee l Wer am Zaun des Strandbades vorbeifährt oder läuft, sieht Veränderungen. „Gut Wind für alle!“ steht in riesigen Buchstaben auf der Tribüne. Dort wurde ein Plakat befestigt, mit dem für die erneuerbaren Energien geworben wird. Dabei handelt es sich aber keinesfalls – wie in der Stadt gemunkelt wird – um die Ankündigung einer Bauoffensive. In der „blauen Perle“ und am Ufer werden keine Windräder platziert.

Riesenrutsche muss gepflegt werden

Sonja Nowak, stellvertretende Geschäftsführerin der Luftkurort Arendsee GmbH, erklärte im Gespräch mit der Volksstimme die Hintergründe. Der Betreiber des Windparks nahe Höwisch unterstützt die Einrichtung alljährlich mit 10 000 Euro. Dafür darf er Werbung machen, das Plakat ist die neueste Aktion. Dieses Sponsoren-Geld wird für Investitionen eingesetzt. So stehen in den nächsten Monaten umfangreiche Pflegemaßnahmen für die Riesenrutsche an. Außerdem sollen Pumpen tiefer ins Wasser gesetzt werden. Diese sind nötig, um Rutsche sowie Spielgärten überhaupt betreiben zu können. Der gefallene Wasserstand macht die Investition nötig.

Neben der positiven Nachricht gibt es auch eine negative: Der Baumbestand im Strandbad sowie dem gegenüberliegenden Parkplatz macht den GmbH-Verantwortlichen Sorgen. Einige Gehölze mussten bereits gefällt werden. „Sie standen teilweise nur einige Meter neben dem Wasser und sind trotzdem vertrocknet. Es handelt sich unter anderem um Kiefern, Birken und eine Erle“, so Sonja Nowak. Sie hat den Zustand der Stämme direkt nach der Fällaktion fotografisch festgehalten. Sie waren sichtlich angegriffen und hohl. Einige Gehölze wären wohl beim nächsten Sturm umgefallen. In den nächsten Wochen müssen weitere Bäume im Strandbad gefällt werden. „Das Thema wird uns wohl weiter beschäftigen“, gibt sich die Vize-Geschäftsführerin keinen Illusionen hin.

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Trockene Jahre längst nicht ausgestanden

Die Trockenjahre wirken zudem auf dem Campingplatz nach. Auch dort muss mit der Kettensäge angerückt werden. Aber erst, wenn die Saison vorbei ist. Der gewohnte Betrieb wird noch bis Ende des Monats weiterlaufen. Danach ist besonderes Fingerspitzengefühl gefragt. Die vertrockneten Bäume können dort, anders als im Strandbad, nicht einfach gefällt werden. Die Stämme würden zum Beispiel auf die Domizile der Dauercamper krachen und diese beschädigen. Darum muss von einem Hubsteiger aus vorsichtig von oben nach unten gearbeitet werden.

Auf die Frage, welche Baum-Pläne die GmbH für die Zukunft hat gibt es derzeit keine eindeutige Antwort. Noch sind jede Menge Gehölze vorhanden. Wenn neu gepflanzt wird, kommen nur Bäume in Frage, die der Trockenheit mehr gewachsen sind und tiefer wurzeln. Es gibt aber noch eine andere Idee, die sich Sonja Nowak und ihre Kollegen Katrin Reinecke für das Strandbad vorstellen können. Und zwar, künstliche Schattenplätze zu schaffen.

Über Sonnensegel wird nachgedacht

Dies wäre im Bereich der Kasse I denkbar. Dort hat die Einrichtung keinen Waldcharakter, anders als weiter hinten. Pagoden oder Sonnensegel, die stabil genug für den Wind sein müssten, kommen als Alternative in Frage. Ganz ohne Schatten gehe es allerdings kaum. Gäste suchen diesen Schutz und wollen selten stundenlang in der Sonne bruzzeln. Dies sei ein Grund dafür, warum die Seetribüne für manche Besucher kein Anziehungsmagnet ist. Dort gibt es keine Schattenplätze.