Übung der Salzwedeler Wehren am Donnerstag bei der Personenverkehrsgesellschaft

Ziel erreicht, kleine Schwachstelle erkannt

Von Christina Bendigs

Einsatzübung am Donnerstagabend für die Kameraden der Salzwedeler Feuerwehren. Das inszenierte Szenario: ein verunglückter Reisebus, darin eine Gruppe von Kindern.

Salzwedel l Kurz vor sechs Uhr am Donnerstagabend: Das Gelände der Personenverkehrsgesellschaft PVGS am Ortsrand von Salzwedel wirkt ruhig. Der Salzwedeler Wehrleiter Wolfgang Nieswandt spricht mit einigen Kindern und Jugendlichen, die in einem Bus der PVGS sitzen. Er gibt einem Jungen einen Schalter in die Hand, mit dem er eine Nebelmaschine bedienen kann. In wenigen Minuten werden die Sirenen heulen, um die Aktiven aus Binde, Chüttlitz, Langenapel, Pretzier, Salzwedel und Steinitz für eine Einsatzübung zu alarmieren.

Das Szenario: Ein Omnibus ist gegen eine Zapfsäule gefahren. Unter dem Bus kommt es zum Brand. Die Insassen können ihn wegen Verletzungen nicht selbständig verlassen. Die Feuerwehrleute sollen sie retten und Nebengebäude sowie Tankstelle vor einem Übergreifen des Feuers bewahren.

Dann ist es so weit - um 18.07Uhr tönen die Sirenen in Salzwedel und Umgebung. Wenige Minuten später hallt das warnende Geräusch von Martinshörnern, die aus allen Himmelsrichtungen näher zu kommen scheinen, über Salzwedel wider.

Um 18.17Uhr treffen die ersten Rettungskräfte ein. Gänsehaut erregend das Kreischen und die Hilferufe der Mädchen und Jungen, die sich im Bus befinden. Atemschutzgeräteträger machen sich bereit, um die Kinder zu retten. Der Bus ist in Nebel gehüllt, die Sicht arg eingeschränkt.

Die Sirenen haben nicht nur die Feuerwehren alarmiert. Schaulustige von nahegelegenen Sportstätten und Wohnhäusern versammeln sich am Gelände der PVGS, um die Übung zu sehen, an der insgesamt 71 Aktive teilnehmen.

Während die Feuerwehren von der Dumme her auf das PVGS-Gelände fahren, kommen die Rettungssanitäter aus der entgegengesetzten Richtung. Schnell ist ein Sammelplatz für die Verletzten festgelegt, wo die Kinder teils auf Tragen liegend in die Obhut der Sanitäter übergeben werden.

Währenddessen bauen etwa 50 Meter weiter Feuerwehrleute Zelte auf, die sich im Man-V, eine Art Container mit Rettungstechnik für den Masseanfall von Verletzten, befinden. Zwischen Container und Zeltplatz pendeln sie immer und immer wieder hin und her, um Gerätschaften heranzuschleppen.

Wasser zum Löschen des Busses, zum Absichern von angrenzenden Gebäuden und der Tankstelle müssen die Feuerwehrleute aus der Dumme holen. Eine Wegstrecke von etwa 200 bis 300Metern muss dazu mit Schläuchen überbrückt werden.

Im Einsatz ist auch der Abrollbehälter Schlauch. Als der Wagen vom Gelände der PVGS in Richtung Dumme rollt, hält sich hinten am Fahrzeug ein Feuerwehrmann fest, der die Schläuche abrollt. Mit dem Fahrzeug können die Einsatzkräfte die Schläuche schneller aus- legen. Fast eineinhalb Stunden sind Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte vor Ort, um die Aufgaben zu meistern.

Übungsleiter Wolfgang Nieswandt zieht am Ende ein positives Resümee: "Das Übungsziel wurde erreicht." Der Umgang mit dem Man-V sei sehr gut gewesen, auch das Retten der Verletzten. "Eine kleine Schwachstelle" sei beim Umgang mit dem Abrollbehälter Schlauch zutage getreten. "Den haben wir aber erst seit einem Jahr, und da werden wir noch eine weitere Übung machen", kündigt Nieswandt an.

Und genau das ist das Ziel von Einsatzübungen wie am Donnerstag: Den Umgang mit der Technik zu üben, um Schwachstellen zu erkennen und zu beheben.

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