Sachsendorf l „Am Wellenrad sitzt der Wellenkopf, der die zwei Bruststücke aufnimmt. Daran sind mit starken Zugbändern die vier Flügel befestigt, jeder 8,50 lang.“ So sagt es Mühlenvereinsvorsitzender Martin Häniche.

Verstehen Sie, liebe Leser, nicht ganz? Macht nichts: Ebenso wie man für die Jägersprache ein eigenes Wörterbuch heraus geben könnte, ist es auch bei den Windmüllern. Die Bruststücke sind jene Teile aus Eichenholz, woran die Flügel angeschraubt sind. Und hier klemmt die Säge - jedenfalls im übertragenen Sinne. Denn bei einer Inspektion im Frühjahr wurde festgestellt, dass ein Bruststück gebrochen ist. Und weil dieses Teil ein tragendes Element ist, dürfen sich die Ruten nicht mehr drehen.

Fachkundiges Urteil

Wie Häniche sagt, habe sich der Verein ein fachkundiges Urteil eingeholt: Die Reparatur würde rund 40.000 Euro kosten. Nicht nur für den Austausch des gebrochenen Bruststücks, sondern - wenn man einmal dabei ist - auch für andere tragende Teile. Wie zum Beispiel den Mühlenbock, der quasi das Fundament der Windkraft darstellt. Oder das Bruststück-Pendant, dem ein ähnliches Schicksal zu drohen scheint. Denn bei Freizeitmühlen, die zwar Denkmale, aber nur hin und wieder in Aktion sind, gibt es ein generelles Problem: Ihre Teile werden zu selten in Bewegung versetzt. „Da kann sich das Regenwasser in den Holzfugen absetzen, was es nicht täte, wenn die Mühle ständig arbeiten würde“, erklärt Reinhard Höfflin, der für die holztechnische Seite des Denkmals zuständig ist.

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Der 24-köpfige Verein hat verschiedene Förderanträge gestellt. So zum Beispiel beim Leader-Programm, das der Entwicklung ländlicher Regionen dient. Zieht man verschiedene Internet-Beispiele zu Rate, wird deutlich, dass mit Hilfe dieses Fördertopfes schon vielen Windmühlen geholfen werden konnte. Im Januar 2018 fällt die Entscheidung.

Mühlenfest nächste Woche

Der Verein muss einen Eigenanteil von 15 Prozent aufbringen. Was er auch durch Sachleistungen erbringen kann. Um Einnahmen zu erzielen, werden seit Jahren Mühlenfeste und Tage des offenen Denkmals genutzt. Letzterer wird am 10. September stattfinden.

Wie Martin Häniche sagt, sollen auf jeden Fall erstmal die Flügel im September demontiert werden. Das werde entweder mit einem Mobilkran oder mit Hilfe von Seilzügen geschehen. Letztere Technik sei billiger, aber auch komplizierter. „Wir müssen die Teile abnehmen, um weitere Schäden zu vermeiden“, so der Vereinsvorsitzende.