Schönebeck l „Wir haben erstmals seit über zehn Jahren ein negatives Ergebnis.“ Mit diesem Satz steigt Werner Herrler, Leiter des Bauhofes, beim Vorstellen der Jahresrechnung für den kommunalen Eigenbetrieb ein. Dem Zahlenwerk nach schließt der Bauhof das Wirtschaftsjahr 2014 mit einem Minus von rund 46 000 Euro ab. Darüber hatte der Leiter den Betriebsausschuss informiert (Volksstimme berichtete). Im Finanzausschuss gab er einen Einblick in die Vorhaben, um in Zukunft wieder positive Jahresabschlüsse hervorzubringen.

Ein Stichwort hierbei ist die interkommunale Zusammenarbeit. „Seit geraumer Zeit übernehmen wir die Straßenreinigung für die Einheitsgemeinde Barby“, erzählt der Betriebsleiter. Des Weiteren soll der sogenannte Asphaltpatcher - ein Gerät zum Ausbessern von Schlaglöchern - künftig in Nachbarkommunen zum Einsatz kommen. „Wir verhandeln mit Calbe, Nienburg und Bördeland“, sagt er dazu.

Hintergrund dieser Maßnahme: „Wir verfügen über sehr gute Technik.“ Die solle noch mehr ausgenutzt werden. „Dazu werden wir auch versetzte Schichten einführen“, sagt er. So müsse nicht das Personal aufgestockt werden, stattdessen könne mit den selben Mitarbeitern die Stundenzahl der Technik erhöht werden - und das bei gleichbleibender Stundenzahl der Mitarbeiter.

„Wir haben die Hände nicht in den Schoß gelegt“, fasst Werner Herrler einerseits zusammen. Und andererseits nennt er die Devise für die Zukunft: „Wir werden unser Potenzial erweitern.“

Doch das funktioniere nur in einem gewissen Maß. Denn dem Bauhof sind durch den Gesetzgeber gewisse Grenzen gesetzt. „Wir müssen im kommunalen Bereich tätig sein und dürfen nicht in den privaten Bereich“, erklärt der Betriebsleiter. Bestes Beispiel: „Wir hatten von einigen Supermarktbetreibern den Auftrag, deren Parkplätze mit dem Winterdienst zu bedienen“, berichtet Herrler. Als diese Aufträge einen Umfang von rund 20 000 Euro angenommen hatten, „hat uns die Kommunalaufsicht hingewiesen, dass wir hier im privaten Bereich tätig sind“.

Am Ende bleibt, dass die Stadt das Defizit in Höhe von nahezu 34 000 Euro ausgleichen muss. Für die Ausschussmitglieder ist das ein Punkt, um aufmerksam zu werden. So fragen Manfred Pöschke (FDP/Rettet die Altstadt) und Steffen Behm (SPD), inwiefern der städtische Bauhof noch andere Auftraggeber für sich gewinnen kann. „Bisher waren wir immer stolz, dass wir für Sie keinen Zuschuss zahlen mussten“, sagt Manfred Pöschke. Gleichwohl wissen die Stadträte, dass sie selbst in der Vergangenheit den Bauhof beschnitten haben. Zum Beispiel mit der Regelung, dass der Bauhof die Aufgabe der Grabenpflege auf den Friedhöfen abgeben musste. Um einen Überblick über derartige Entscheidungen zu erhalten, bittet Steffen Behm die Verwaltung, jene Beschlüsse zusammenzustellen und dem Finanzausschuss für seine nächste Sitzung am 13. Oktober bereitszustellen.