Eggersdorf l Die Eggersdorfer und einige Landwirte können aufatmen. Seit Mittwoch der vorangegangenen Woche fließt der Mortzgraben zwischen den Schachtteichen und der weißen Brücke wieder wie eh und je. Dieser Entwässerungsgraben, der aus Richtung Biere kommt, konnte in den letzten Jahren seine Funktion kaum noch erfüllen, nämlich die Abführung des Oberflächenwassers und die Senkung des Grundwasserstandes in der Ortslage Eggersdorf und Großmühlingen. In einem Zeitungsartikel vom 31. Juli, der mit der Überschrift versehen war: „Mortzgraben bleibt weiter Sorgenkind“, wurde darüber ausführlich berichtet. Grund dafür war die Ansiedlung von Bibern in diesem Bereich.

Seit einigen Jahren haben die Nager in diesem Gewässerabschnitt Staudämme errichtet, sich ihren Lebensraum gestaltet und das fließende zu einem stehenden Gewässer werden lassen. Überflutete Ackerstücke und ein sehr hoher, nicht fallen wollender Grundwasserstand im Ortsteil Eggersdorf waren die Folge.

Der weitere Verlauf des Grabens, östlich des Dorfes, den die Einheimischen Bauernrenne nennen, trocknete dadurch vollkommen aus. Ein Zustand, an den sich alteingesessene Eggersdorfer nicht erinnern können. Das Wasser im Graben floss kontinuierlich zu jeder Jahreszeit und deshalb wurde es auch als Gewässer 2. Ordnung eingestuft.

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In der vergangenen Woche erteilte die Untere Naturschutzbehörde nach langem und zähen Ringen dem Unterhaltungsverband die Genehmigung für die Entfernung der Biberstaudämme. Die Mitarbeiter Steffen Jung und Uwe Köhler entfernten daraufhin sofort neun Biberdämme und brachten den Mortzgraben im besagten Abschnitt wieder zum Fließen. Keine leichte Aufgabe, versicherte Jung, denn nur mit entsprechender Technik konnte dies gelöst werden.

Die sogenannte Bauernrenne trocknete vollkommen aus.

Bei den Regulierungsarbeiten wurde auch ein Biberbau im Damm der bereits erwähnten Brücke entdeckt. Nun muss der oder die Nager „trockenen Fußes“ sein Quartier betreten. Wie die Tiere mit der neuen Situation fertig werden, bleibt abzuwarten.

„Wir werden jetzt regelmäßige Kontrollen durchführen, werden den Grabenabschnitt so gestalten, dass eine erforderliche Pflege mit Technik möglich ist, denn die fleißigen Nager werden wohl weiter bestrebt sein, ihre zerstörten Dämme wieder aufzubauen“, so äußerten sich die beiden Mitarbeiter vom Unterhaltungsverband.

Der erste, lang erhoffte Schritt für die Grabenpflege in diesem Abschnitt erfolgte und es wird sich zeigen, welche Auswirkung die durchgeführten Meliorationsarbeiten haben werden.