Calbe l Hans Liebscher ist stolz auf die Gemeinschaft. Der Vorsitzende des „Schützenvereins Calbe 1993“ hat das bei der Vereinsfeier am Sonnabendabend erneut betont. „An nur einem Wochenende haben wir einen wahren Kraftakt geleistet“, sagte Liebscher im Schützenhaus am Brotsack. Doch mit der genannten „Jugendbrigade“ rückte er nicht die jüngsten Schützenbrüder und -schwestern in den Mittelpunkt sondern sechs Herren, deren Gesamtalter die Marke von 350 Jahren knackt.

1,4 Hektar großes Gelände

Nachdem die Calbenser Wohnungsbaugesellschaft (CWG) die vier Wohnblöcke am Brotsack abgerissen hatte, waren die Schützen kurzerhand von den Versorgungsleitungen abgeschnitten. „Wir haben zwei Tage lang selbst für die neuen Leitungen geschachtet“, sagt Dirk Ginsberg. Der Unternehmer ist diesjähriger Schützenkönig (Schützenkönigin ist Antje Malzahn) und stellte kurzerhand einen Kleinbagger zur Verfügung. „Ohne diese Hilfe hätten wir das nicht geschafft“, sagte Liebscher. Dennoch sprach er von der Arbeit einer großen Gemeinschaft auch jenseits von Schaufel und Bagger. Daher wurden an diesem Abend für besondere Verdienste geehrt: Dieter Buchholz, Rudi Braune, Peter Kessler, Bernd Hünemörder, Simone Tippmann, Dirk Ginsberg, Mario Rose, Gisela und Jürgen Werner, Christoph Apel und Sohn, Christine Wenzlawe sowie Hans Liebscher.

Seit Jahren kümmern sich die Schützen um das rund 1,4 Hektar große Gelände am Eingang zur Grünen Lunge, das sich in Vereinsbesitz befindet. Dabei werde es ihnen – von neuen Richtlinien für Schießstätten bis hin zum Herstellungsbeitrag beim Abwasser – nicht immer leicht gemacht, versichert Liebscher. „Alles ist mit enormen finanziellen Mitteln verbunden, die wir zur Zeit 38 Mitglieder nur schwer stemmen können“, so der Vorsitzende. Da schmerze es sehr, wenn Baufahrzeuge große Löcher in die Zufahrtsstraße zum Schützenhaus fahren.

In dieser Woche feiert der „Schützenverein Calbe 1993“ seinen 22. Geburtstag. Die Geburtsstunde wird auf den 27. November 1993 datiert, seitdem widmet man sich dem organisierten Schießsport. Dabei sehen sich die Ehrenamtlichen in der Tradition der 1845 gegründeten „Uniformierten Schützen“, obwohl die Schützentradition in der Saalestadt bis weit ins 16. Jahrhundert zurückgeht.