Schönebeck l Gut eineinhalb Jahre nach der Kommunalwahl kann Heinz-Günter Burghardt (CDU) doch noch eine neue Aufgabe in Angriff nehmen. Der Schönebecker ließ sich zwar im Frühjahr 2014 für die Christdemokraten zur Wahl in den Stadtrat nominieren, doch am Ende schaffte er nicht den Einzug in das Gremium. „Na klar, ich würde lügen, wenn mich das nicht geärgert hätte“, sagte Burghardt jetzt gegenüber der Volksstimme.

Dass sein Ansinnen von damals nun doch Wirklichkeit werden wird, damit hätte das langjährige Mitglied der CDU nicht gerechnet. Nach dem Tod von Stadtrat Rainer Krummel ist Heinz-Günter Burghardt der erste Nachrücker auf der CDU-Liste. Er wurde vor wenigen Tagen von der Stadtverwaltung informiert und angeschrieben. Inzwischen hat Burghardt seine Einwilligungserklärung bei der Stadt abgegeben. Er ist nun offiziell Stadtrat der CDU-Fraktion. Auf der nächsten Ratssitzung soll der 65-Jährige vereidigt werden.

Früher Dezernent in Schönebeck

Mit welchen Aufgaben tritt der Nachrücker diese Position an? „Ich würde mich freuen, wenn ich die finanztechnischen Möglichkeiten der Stadt so verändern kann, dass der Handlungsspielraum der Stadt in Zukunft größer werden wird“, erklärte Burghardt am Montag auf Anfrage der Volksstimme. „Mehr kann ich Ihnen im Moment nicht sagen, ich bin doch neu im Geschäft.“

Neu im Geschäft? Diese Bescheidenheit ehrt das neue Stadtratsmitglied, doch so unerfahren auf dem oft glatten Parkett der Lokalpolitik und der Verwaltungsinteressen ist Heinz-Günter Burghardt nun auch nicht. Anfang der 1990er Jahre war er Dezernent in der Stadtverwaltung unter dem damaligen Oberbürgermeister Hans-Jürgen Haase. Später engagierte sich Burghardt als ehrenamtliches Mitglied im Kreistag und vertrat dort nicht nur die Interessen der Stadt, sondern auch der Christdemokraten.

Schärferer Wind wird wehen

Heinz-Günter Burghardt gilt als exzellenter Kenner der politischen Gegebenheiten der Stadt Schönebeck, kann beobachten sowie messerscharf analysieren und hält mit seiner Meinung nicht unbedingt hinter dem Berg: Er gilt als offen, und ist ein Mann der klaren Worte. Hinter den Kulissen der CDU-Fraktion sieht man dem Einzug des in Bad Salzelmen Wohnenden nicht unbedingt gelassen entgegen. Es wird davon ausgegangen, dass womöglich ein politisch schärferer Wind durch die Sitzungen wehen wird – und vermutlich auch durch den Stadtrat.

Das Ratsbüro hat den Wechsel in der Fraktion der Christdemokraten nun geebnet. Inzwischen sind dem neuen Stadtrat auf Wunsch die wichtigsten Satzungen und Ordnungen schriftlich übergeben worden. Auch in der eigenen Fraktion bereitet man sich auf Burghardt vor. „Ich denke, dass Herr Burghardt die Aufgaben von Herrn Krummel übernimmt“, machte Fraktionsvorsitzender Torsten Pillat deutlich.

Burghardt neu im Betriebsausschuss des Bauhof

Krummel war Mitglied im Betriebsausschuss Städtischer Bauhof. „Ich werde der Fraktion vorschlagen, diese freie Stelle mit Herrn Burghardt zu besetzen. Aber das muss am Ende auch die Fraktion entscheiden“, so Pillat. Ob dieses kleine Pöstchen dem ansonsten politisch erfahrenen Burghardt auf Dauer reichen wird, ist fraglich.

Doch mit solchen personellen Problemen wollen sich die Christdemokraten vorerst nicht beschäftigen – dort stehen derzeit mehr die Sachfragen im Fokus. So möchte die CDU-Fraktion eine Marktbegehung anregen, weil sie offensichtlich mit der erbrachten Bauqualität nicht zufrieden ist. Außerdem steht die Frage nach einem Haushalt in der Diskussion, für die Jahre 2015 und 2016 kann es vermutlich einen Doppelhaushalt geben.

Damit schließt sich am Ende der Kreis. Denn genau das, was die CDU auf der Agenda zu stehen hat und womit sie ihrem eigenen Oberbürgermeister Druck macht, steht ebenfalls auf dem Maßnahmeplan von Heinz-Günter Burghardt. Der ist auf der Homepage der Stadt Schönebeck unter dem Unterpunkt „Mandatsträger“ noch nicht zu finden, wohl aber der verstorbende Rainer Krummel ...