Schönebeck l Die Holzwände sind morsch, in den Duschräumen blättert der Putz von der Wänden. Zootierpfleger Uwe Schlöcker führt durch das Mitarbeitergebäude auf dem Wirtschaftshof des Heimattiergartens in Schönebeck. „Zu DDR-Zeiten war das mal ein Bungalow“, sagt Schlöcker und zeigt auf den erwähnten Flachbau, dem man ansieht, das der Zahn der Zeit an ihm nagt. „Seit 1990 ist leider nichts mehr passiert“ , ergänzt Schlöcker. Nach der Wende hat man zumindest eine Klärgrube gebaut und eine Heizungsanlage installiert. Mehr als Schönheitsreparaturen waren seither nicht drin.

Ein zweckmäßiger Bau soll her

Auch deshalb sagt Kulturdezernent Joachim Schulke: „Das sind keine vernünftigen Arbeitsbedingungen mehr. Das können wir unseren Mitarbeitern nicht länger zumuten.“ Ein zweckmäßiger Neubau soll her. Im besten Fall bereits im kommenden Jahr.

Aus diesem Grund kam im jüngsten Fachauschuss Finanzen das Thema „Wirtschaftshof“ zum wiederholten Male aufs Tapet. Schulke berichtet nicht zum ersten Mal von schadhaften Dämmungen, provisorischer Elektrik und alten Duschen.

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In einem Entwurf zum Investitionsplan der Stadt, der den Räten vorgelegt wurde, taucht die Maßnahme für den Bierer Berg nun auf. Jetzt muss in den Ausschüssen darüber diskutiert werden. Endgültig muss der Stadtrat entscheiden, ob und wie die Investition zu stemmen wäre. Im Falle eines Neubaus könnte es einige Änderungen auf dem Wirtschaftshof - zu dem das marode Mitarbeitergebäude gehört - geben.

Auflagen erfüllen

Mit dem Hochbauamt der Stadt hat der Dezernent bereits Ideen zur Umsetzung durchgesprochen. Details oder Zahlen kann und möchte Schulke nicht präsentieren. „Wir sollten hier nicht vorgreifen, schon gar nicht, so lange der Investitionsplan nur in einem Entwurf vorliegt“, sagt Schulke. Doch 2016 soll und muss hier etwas passieren, finden sowohl die Zootierpfleger als auch der Dezernent.

Handlungsbedarf besteht auch aus einem ganz anderen Grund. Seitdem der Heimattiergarten 2005 den Status einer Zootieranlage erlangt hat, müssen bestimmte Auflagen erfüllt werden.

Das gilt nicht nur für Tiergehege, die einstweilen vergrößert werden oder anderweitig gesichert werden müssen. Auch die Unterbringung der Menschen, die hier Tiere und Gehege pflegen, muss den Auflagen gerecht werden. Dazu gehört beispielsweise die Möglichkeit, den Pflegern eine entsprechende Örtlichkeit zu bieten, in der die Arbeitskleidung abgelegt werden kann.

Toilettencontainer sollen verschwinden

Die neuen Räume sollten zudem Platz für mehrere Mitarbeiter bieten. Denn neben den vier Festangestellten sind hier häufig Praktikanten, Studenten oder Freiwillige im Einsatz. Im Falle eines Neubaus könnte es einige Änderungen auf dem Wirtschaftshof - zu dem das marode Mitarbeitergebäude gehört - geben.

Die Werkstatt, das Quarantänehaus und die Futterküche blieben bestehen. Aus dem Heizungshaus könnte die Heizungsanlage in das Mitarbeitergebäude integriert werden. Auch für die Besucher könnte sich Grundlegendes ändern.

Ein Neubau könnte die Toiletten für Gäste und Mitarbeiter unter einem Dach zusammenführen, wünscht sich Schulke. Dann würden die Toilettencontainer für Besucher ebenso der Vergangenheit angehören.