Biere l Resignation macht sich noch nicht breit. Doch beim Blick auf die Mitglieder und deren Alter, wird Vereinsvorsitzenden Klaus-Dieter Günther doch leicht mulmig. Denn auch vor dem Rassegeflügelzuchtverein Biere/Welsleben macht die Demografie keinen Umweg. „Derzeit sind wir 22 Mitglieder, darunter zwei Kinder“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Wie sich der Verein in 10 oder gar in 20 Jahren entwickeln wird, darüber wagt Klaus-Dieter Günther keine Prognose.

Das Allheilmittel, dass sich Vereine zusammenschließen, ist auch nur eine Hilfe von kurzzeitiger Dauer. „Damit würde ein Verein schnell an Mitgliederstärke wachsen. Das hilft sicherlich bei der Vereinsarbeit, beispielsweise, um Schauen vorzubereiten und durchzuführen“, so Günther. Doch das Altersproblem und der Nachwuchs sind damit noch nicht gelöst.

Allein Kinder und Jugendliche zu werben nutzt auch nicht viel. Viel mehr müssten Eltern oder vielleicht auch Großeltern hinter dem Hobby der Kinder stehen, denn die Zucht kann manchmal recht kostspielig sein. „Futterkosten und Tierarzt zum Beispiel. Und Tiere brauchen an sieben Tagen in der Woche auch Betreuung“, so der Vereinsvorsitzende zur Volksstimme.

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Sehr gute Bewertung der Tiere

Umso mehr ist die Leistung zu würdigen, die die Mitglieder des Vereines am Wochenende in Biere zeigten. Angesichts der Bewertungen der insgesamt 276 Tiere brachte es Ortsbürgermeister Peter Buchwald auf den Punkt: „Hier wurde Qualität gezeigt und nicht Quantität.“ Recht hatte er, denn die Preisrichter gaben für 25 Tiere eine sehr hohe Bewertung: So gab es achtmal ein „vorzüglich“ und 17-mal ein „hervorragend“. „Damit sehen wir uns in unserer Arbeit bestätigt“, meinte der Vereinsvorsitzende.

Für die Züchter sind die Bewertungen und Auszeichnungen nicht nur Belohnung ihrer Arbeit, sondern gleichzeitig auch ein Hinweis auf die züchterische Qualität: Was wird gut bewertet? Wo sehen die Preisrichter noch Nachteile? Welche Tiere müssen selektiert werden?

Hilmar Rösemann, Kreisvorsitzender des Rassegeflügelzuchtverbandes Schönebeck, lobte das Engagement der Bierer und Welsleber. „Es ist beruhigend. Hier sieht man, dass Züchter motivieren können und so ein Schau auf die Beine stellen“, sagte der Kreisvorsitzende. Züchter züchten, stellen ihre besten Tiere aus und lassen sie bewerten – das ist für Hilmar Rösemann aber nur eine Seite der Medaille. „Wichtig ist in meinen Augen zudem die Arbeit zusammen, ein gemeinschaftliches Vereinsleben. Das finde ich heutzutage genauso wichtig.“

Rösemann betonte, dass es vor allem in der Gemeinde Bördeland eine Vielzahl von Zuchtvereinen gibt. Das bestätigte auch Bördelands Gemeindebürgermeister Bernd Nimmich. Am Wochenende fand parallel zur Geflügelschau in Biere die Börde-Rassetaubenschau in Eickendorf statt. „Beide Veranstaltungen haben sich wunderbar ergänzt. Besucher, die sich für Rassetiere interessieren, hatten gleich in zwei Dörfern unserer Gemeinde Schauen“, stellte Nimmich fest.

Am Ende bedankten sich die Mitglieder des Rassegeflügelzuchtvereines Biere/Welsleben nicht nur bei der Gemeinde, sondern auch bei den Sponsoren. Sie ermöglichten es mit ihren Spenden erst, dass die Schauen in dieser Form noch durchgeführt werden können.