Barby l „Viele Menschen meckern und regen sich über alles auf, aber engagieren sich nicht. Die werden das schon machen, hört man sehr oft in allen Bereichen des täglichen Lebens“, begann Nico Drobek seinen Bericht. Ein Beispiel wirklichen Engagements sei die Feuerwehr, die derzeit 29 Einsatzkräfte zählt. „Gerade mal 1,24 Prozent der 18- bis 65-jährigen Einwohner der Ortschaft Barby engagieren sich für die Sicherheit ihrer Stadt. Ich wäre schon sehr froh, wenn das zwei Prozent wären“, rechnete Drobek vor. Die Wehr stehe vor der Mammutaufgabe, die personelle Stärke zu halten und zusätzliche Mitglieder zu gewinnen.

Die Ortsfeuerwehr Barby mit ihren 78 Mitgliedern besteht aus 29 Einsatzkräften, zwei Einsatzkräften unter 18 Jahren, acht Jungen der Jugendfeuerwehr, 15 Mädchen und Jungen der Kinderfeuerwehr und 24 Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung.

Die Barbyer wurden 2015 zu 44 Einsätzen gerufen. Das sind elf mehr als 2014 und sogar zwei mehr gegenüber dem Katastrophenjahr 2013 mit 42 Einsätzen. Diese Steigerung führte Nico Drobek auf das Sturmtief „Niklas“ vom 31. März 2015 zurück.

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Der Ortswehrleiter bemühte weiter die Statistik: Neun Einsätze fanden montags bis freitags zwischen 6 und 18 Uhr statt. Durchschnittlich standen hier 12 Kameraden zur Verfügung. Von 18 bis 6 Uhr wurden die Barbyer zu 18 Einsätzen gerufen. Hier standen durchschnittlich 15 Einsatzkräfte zur Verfügung. An Sonnabenden, Sonn- und Feiertagen lag die Anzahl der Einsätze bei 17 mit einer durchschnittlichen Einsatzbeteiligung von 17 Kameradinnen und Kameraden.

Tragehilfe und mehr

Neben Brandeinsätzen musste die Wehr auch wieder Tragehilfen kranker Personen übernehmen. So musste in der Schulzenstraße eine ältere Dame vom Dachgeschoss über den engen Flur und die enge Treppe ins Erdgeschoss getragen werden, wo sie dem Rettungsdienst übergeben wurde.

Aber auch so was gab es: Angler baten die Wehr um Hilfe. Der Kiessee „Seepark“ und der kleine See rechts vom Strand hatten keine Verbindung mehr und die Jungfische konnten nicht in den großen See gelangen. Mit einem C-Rohr wurde der Durchfluss unter der Brücke frei gespült. „Die Fische konnten somit wieder ungehindert in den großen Kiessee schwimmen“, schmunzelte Drobek.

Nicht ganz so heiter waren Brandstiftungen neben dem Schützenplatz, als ein Heuballen brannte. Nachdem er gelöscht war und die Wehr im Depot ihren Wassertank gerade befüllt hatte, wurde sie erneut zu diesem Ort gerufen. Nun brannten zehn Heuballen. Hier hatte also jemand kurz nach dem ersten Einsatz weitere Heuballen in Brand gesetzt.

Mehrfach fanden in der Sport- und Spielhalle und der benachbarten Reha-Klinik Fehlalarme statt, die dem Betreiber in Rechnung gestellt wurden.

Schwerster Einsatz

Ihren wohl heftigsten Einsatz hatten die Barbyer ausrechnet während ihrer Weihnachtsfeier am 5. Dezember. Die Einsatzleitstelle meldete einen Wohnungsbrand in der Breite Straße 11. Beim Eintreffen kamen bereits Flammen aus drei Fenstern im Obergeschoss. Nach Aussagen der Anwohner gab es kurz zuvor eine laute Explosion, die im gesamten Altstadtbereich zu hören war. Da die Barbyer Drehleiter anfangs streikte, wurde die Calbenser nachgefordert. Der Brand konnte über den Innen- und Außenangriff schnell unter Kontrolle gebracht und das Nachbarhaus vor einem Übergreifen der Flammen geschützt werden. Ein schwer verletzter Bewohner wurde über ein Flachdach des Grundstücks gerettet und an den Rettungsdienst übergeben.