Schönebeck l 15 281 Kilometer in einem Monat - das schafft manch Privatauto gerade mal im Jahr. Bei der Rettungswache der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) in Felgeleben haben alle vier Fahrzeuge diese Strecke allein in einem Monat „runtergeschrubbt“. Das zeigt, bereits im Januar hatten die 24 Rettungssanitäter und -assistenten alle Hände voll zu tun.

Für die nächsten acht Jahre steht fest, dass die Retter in der Not im Altkreis Schönebeck das „JUH“ auf dem Rücken tragen werden. Es ist also nicht mehr das DRK (Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes).

Für die Bürger ändert sich damit nichts. Neu ist aber der Standort der Rettungswache. Der wurde nämlich mit der neuen Konzessionsvergabe durch den Salzlandkreis ebenfalls geändert. Grundlage dafür waren Berechnungen, um die gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfristen besser einhalten zu können. Somit befindet sich die Rettungswache nicht mehr in der Böttcherstraße, sondern ist nun an der Straße Alt Felgeleben zu finden.

Derzeit sind die Mitarbeiter noch in einem Provisorium untergebracht. Wer an der Rettungswache in Felgeleben schon einmal vorbeigefahren ist, dürfte den Wohncontainer auf dem Hof bereits gesehen haben. Hier stehen den Mitarbeitern rund 140 Quadratmeter zur Verfügung. Das soll sich zur Mitte des Jahres ändern. Dann soll das Gebäude direkt an der Straße fertig umgebaut sein.

Gute Rahmenbedingungen schaffen

Warum müssen sich die Mitarbeiter also mit einem Provisorium zufrieden geben? Hintergrund ist, dass der Salzlandkreis im Juli 2015 die Konzessionen für das gesamte Kreisgebiet neu vergeben hat. Dabei hat das DRK im Altkreis Schönebeck den Kürzeren gezogen - und geklagt. Der Rechtsstreit ist noch nicht gelöst. Dafür wurde aber vor dem Jahreswechsel vom Verwaltungsgericht der sogenannte Eilantrag des DRK-Kreisverbandes abgelehnt. Dieser hätte eine aufschiebende Wirkung für den Wechsel des Rettungsdienstes haben können.

Wenngleich der Wechsel also zum 1. Januar vollzogen wurde, so hat diese Unsicherheit Auswirkungen auf den Umbau des Gebäudes gehabt. Er begann später als geplant. Wenn die neue Rettungswache Mitte des Jahres fertig ist, bietet sie den Mitarbeiten Platz auf rund 250 Quadratmeter. „Dann wird es für jeden etwas privater“, umschreibt Peter Ruppert, Fachbereichsleiter Einsatzdienste, die neuen Räume. Dazu gehöre dann unter anderem ein Sportraum - nicht zu verwechseln mit einem Fitnessstudio, denn es geht um die allgemeine Fitness.

„Wir wollen die Rahmenbedingungen so schaffen, damit sich alle Mitarbeiter wohl fühlen“, sagt Martina von Witten, hauptamtliches Mitglied im Vorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe. Von ihrem neuen Team, das den Rettungsdienst im Altkreis Schönebeck fährt, ist sie überzeugt. „Die Mischung passt“, sagt sie.

Wichtig ist ihr beispielsweise auch, dass die Fahrzeuge, von denen zwei 24 Stunden im Einsatz sind, in der Garage untergestellt sind. Selbstverständlich sei für sie zudem der Desinfektionsraum, indem die beim Einsatz genutzten Geräte ordnungsgemäß gesäubert werden können.

Für die JUH ist der Altkreis Schönebeck kein komplett neues Terrain. Bis 1995 sind die Johanniter bereits hier Rettungsdienste gefahren. Und in der jüngeren Vergangenheit haben sie die Wachen in Calbe und Egeln übernommen. „Dadurch ergeben sich für uns heute Synergien“, sagt Martina von Witten.