Welsleben/Biere l Wenn die Lorica Energiesysteme GmbH & Co. KG ihre Vision umsetzen würde, die „Bördelandwerke“ zu etablieren – ein ausgeklügeltes Zusammenspiel regenerativer Energieformen – würde das nichts Gutes für die rund 7800 Bewohner der Einheitsgemeinde bedeuten. Das jedenfalls vermittelt ein Flugblatt, das derzeit in allen Bördeland-Orten kursiert, in Geschäften ausliegt und in Briefkästen geworfen wird. Der Welsleber Dirk Natho, der auch im dortigen Ortschaftsrat aktiv ist (CDU-Fraktion), macht darin seine Sicht der Dinge deutlich.

Kritik an Rechnung

Sollte das Unternehmen tatsächlich sein europaweit einmaliges Vorhaben umsetzen, die Haushalte und Firmen in den sieben Bördeland-Orten komplett mit einem Mix aus regenerativer Energie aus Stroh, Sonne und Windkraft zu versorgen, sieht Natho damit einige Probleme auf die Bürger zukommen: „Alle Straßen werden aufgerissen, um die Hauptleitungen zu verlegen“, schreibt er auf seinem Flugblatt. „Es gibt weder Werte, wie teuer der Hausanschluss ist, noch wie teuer die gelieferte Wärme wird. Der Investor beschreibt, dass eine Tonne Stroh 400 Litern Heizöl gleichzusetzen ist. Bei 50 Cent pro Liter Heizöl dürfte das Stroh also nur 200 Euro kosten – dafür wollen hier ansässige Landwirte das Stroh nicht abgeben“, behauptet Dirk Natho weiter, weist auf seinem Flugblatt aber kein Ziel seiner Gegenkampagne aus.

Bördelands Gemeindebürgermeister Bernd Nimmich findet die Verbreitung des Flugblattes fragwürdig. „Der Investor hat bisher lediglich seine Vision öffentlich vorgestellt“, sagt er. Der Gemeinderat habe zwar vor kurzem beschlossen, einen Engergieleitplan aufstellen zu lassen. Das jedoch habe nichts mit der Idee der „Bördelandwerke“ zu tun. Um diese umzusetzen, müssten Land und Salzlandkreis in ihrem regionalen Entwicklungskonzept festhalten, dass das Bauen einer Windkraftanlage zwischen Welsleben und Biere erfolgen darf. Die Gemeinde wird dazu lediglich angehört, hat aber keine Planungshoheit. „Bisher hat der Investor wirklich nur eine Vision“, sagt Bernd Nimmich. „Letztlich entscheidet doch die Wirtschaftlichkeit – und damit der Bürger“, so der Bürgermeister. Dirk Natho konnte für eine Stellungnahme nicht unter der von ihm auf dem Flugblatt angegebenen Nummer erreicht werden.