Breitenhagen l Die gute Nachricht zu Beginn: Das neue Feuerwehrgerätehaus soll noch in diesem Jahr fertig gestellt werden. Es ist ein 881.000 Euro teurer Ersatzneubau für das hochwassergeschädigte Depot.

Am vergangenen Freitag wurde Richtfest gefeiert. Einheitsgemeinde-Bürgermeister Jens Strube trieb zusammen mit seinem Breitenhagener Amtskollegen Hans-Georg Buszkowiak, Ortswehrleiter Karsten Knopf und Bauleiter Ralf Siegfried die symbolischen Nägel ins Gebälk, bevor man sich traditionell mit einem Korn zuprostete.

Laut Planer Tobias Maasberg musste der Boden bis in eine Tiefe von 2,30 Meter ausgetauscht werden. Das entspricht rund 1000 Kubikmeter Erdreich. „Es war lehmig-toniges Material, das nicht tragfähig war“, so der Calbenser Bauingenieur. Tauscht man den Baugrund nicht aus, werde er bei Wasser-einwirkung weich, es drohten Risse und Setzungen an den Gebäuden. Während man in anderen Gegenden bei einem halben Meter schon auf tragende Kiesschichten stößt, ist das in den Elbauen bei Breitenhagen anders. Die Baugrube wurde mit geschreddertem Beton-Recyclingmaterial aufgefüllt und lagenweise mit der Rüttelplatte verdichtet. Erst auf diese Weise entstand ein tragfähiger Grund, worauf die Fundament-Betonplatte für das neue Gerätehaus gegossen wurde.

Bilder

200 Quadratmeter großer Trakt

Das Feuerwehrdepot besteht aus zwei Teilen: der 183 Quadratmeter großen Fahrzeughalle und dem 200 Quadratmeter großen Trakt mit Schulungsraum, Teeküche, Wehrleiterbüro. Das Dach wurde nicht mit mehreren Bitumenbahnen abgedichtet, sondern mit einer 1,8 Millimeter starken Kunststoffbahn, wofür es nur eine Lage braucht. Wie Bauleiter Ralf Siegfried sagt, gebe der Hersteller für die Dichtheit des „Weichdaches“ 15 Jahre Garantie.

„Für mich ist es das letzte Richtfest“, gestand Jens Strube, der als Bürgermeister nur noch bis Anfang Januar im Dienst ist. Wie viele symbolische Nägel er zu ähnlichen Anlässen mit mehr oder weniger Schlägen in Dachbalken schlug, habe er nicht gezählt. Aber besonders mit der Wende seien es Dutzende gewesen.

Zu den Richtfest-Gästen zählten Kameraden, Bürger, Mitarbeiter der Verwaltung und Bauleute. Heinz Armin Sixdorf, mit 75 Jahren Ehrenkamerad der Breitenhagener Wehr, kennt die Geschichte des abgerissenen Vorgängerbaus. „Der wurde in den 30er Jahren errichtet und in den 60ern vergrößert. In den 70er Jahren baute man einen Mannschaftsraum an.“

Auch die Namen aller Wehrleiter hatte der heimatgeschichtlich versierte Rentner parat: Gastwirt Otto Reile bis 1945 und Schuhmacher Franz Böhme danach. Es folgten Otto Sixdorf, Siegfried Rehse, Volkmar Bertram, Gerit List und der kürzlich gewählte Karsten Knopf.