Gnadenhochzeit

70 Jahre verheiretet: Das Schönebecker Paar Schulz

Nach 70 gemeinsamen Ehejahren feiern Paare ein ganz besonderes Hochzeitsjubiläum – die Gnadenhochzeit. Nur wenige Paare können dieses Jubiläum gemeinsam feiern: Ingeburg und Eberhard Schulz gehören nun zu dem besonderen Kreis.

Oberbürgermeister Bert Knoblauch (l.) gratulierte Ingeburg und Eberhard Schulz zur Gnadenhochzeit.
Oberbürgermeister Bert Knoblauch (l.) gratulierte Ingeburg und Eberhard Schulz zur Gnadenhochzeit. Stadt Schönebeck

Schönebeck - ok

Ingeburg und Eberhard Schulz haben den Ort, an dem sie einst um 12 Uhr mittags geheiratet haben, immer im Blick. Seit die beiden in ein neues Wohnhaus am Marktplatz eingezogen sind, können sie vom Balkon aus das Rathaus sehen. „Hier fühlen wir uns sehr wohl, haben den Marktumbau miterlebt und sitzen bei Festen in der ersten Reihe“, sagt die 91-Jährige.

Vor kurzem feierten sie das seltene Fest der Gnadenhochzeit. Dazu gratulierte Oberbürgermeister Bert Knoblauch ganz herzlich: „Ich wünsche Ihnen alles Gute zu diesem tollen Jubiläum, viele weitere gemeinsame Jahre und vor allem Gesundheit“, teilte die Stadt in einer Information mit.

Kennenlernen im Stadtpark

Kennengelernt hatten sich die beiden beim Tanz im Stadtpark. „Zuerst wollte ich nicht mit ihm tanzen“, sagt Ingeburg Schulz. „Aber als er eine andere aufgefordert hatte, klatsche ich ihn doch irgendwann ab“, schmunzelt sie. Danach „sind wir keinen Tanz mehr sitzen geblieben“.

Ingeburg strapazierte die Geduld ihres Eberhard auch ein zweites Mal. Im HO-Konsum, in dem sie als Verkäuferin arbeitete, ließ sie den Polizisten immer am längsten auf den Streuselkuchen warten. „Er erschien mir zuerst ein bisschen klein. Heute aber weiß ich, dass er zwar klein, aber oho ist“, lacht sie.

Der 90-Jährige zog aus Parchen nach Schönebeck an die Elbe und arbeitete als Polizist im Betriebsschutz des Sprengstoffwerkes. Und auch Ingeburg arbeitete nach ihrer Tätigkeit in der Handelsorganisation (HO) in der Munitionsabteilung des Sprengstoffwerkes. Das Leben schweißte die beiden Campingfreunde schließlich eng zusammen, und ihre Nachkommen-Reihe lässt sogar Mathematiker schmunzeln: Zwei Kinder (Töchter), vier Enkelkinder und acht Urenkel!

Reisen quer durch Europa

Gingen sie früher zum Tanzen oder Zelten am Kolumbussee, so nutzten sie die Reisemöglichkeiten nach der Wende und sahen sich „alle angrenzenden Länder Deutschlands“ an. Sie reisten auch nach Kroatien auf die Insel Rab oder nach Schottland. Der Besuch in der Whisky-Brennerei „Glenfiddich“ ist noch immer in guter Erinnerung.

Schön ist es aber wie gesagt auch in ihrer Wohnung – mit Blick auf den neuen Markt und das alte Rathaus. Damit verbinden sie schließlich eine inzwischen 70 Jahre währende Geschichte.