Eggersdorf

810-Jahr-Feier ist ein Riesenerfolg

Das ganze Dorf war auf den Beinen. Ein tolles Dorffest erlebten die Eggersdorfer und ihre Gäste am Wochenende.

Von Von Klaus-Dieter Schmidt

Eggersdorf l Pünktlich um 19 Uhr eröffnete am Freitag Ortsbürgermeister Jürgen Rode die 810-Jahr-Feier des kleinen Bördedörfchens in der voll besetzten St.-Martin-Kirche. Das Barbyer Gesangsduo Febbraio - Antje Prößel und Mathias Ihlo - erfreute die Zuhörer mit anspruchsvollen Gesangsdarbietungen und ernteten sehr viel Beifall. Vor der Kirche standen aber schon die Kleinen in den Startlöchern und warteten auf den Beginn des Lampion- und Fackelumzugs, der dann auch unter großer Beteiligung sich in Richtung Festplatz in Bewegung setzte. Ein kleines Platzkonzert folgte und anschließend schwärmten die Kinder zu den Fahrgeschäften der Schausteller. Der Festplatz füllte sich zunehmend, für das leibliche Wohl war ausreichend gesorgt, die Besucher konnten nun bei einem gefüllten Gläschen oder Gebrutzeltem den Abend genießen, das fröhliche Treiben beobachten oder selbst mitwirken.

Höhepunkt des Festes war natürlich der Sonnabend. Die zehn Vereine und Organisationen des Dorfes hatten kaum ihre Stände aufgebaut, da wurden sie auch schon von den ersten Besuchern in Augenschein genommen. Die Heimatfreunde dokumentierten mit Fotos auf 18 Schautafeln, was sich seit dem vorangegangenen Dorffest im Ort getan hat. Stände mit kunstgewerblichen Sachen, Strickwaren von der Handarbeitsgruppe „Flotte Nadeln“ konnten erworben werden, Kinder waren an einem Stand kreativ tätig und fertigten kleine Kunstwerke. Die Schützen luden zum Armbrustschießen ein. Die Geflügelzüchter dokumentierten ihre Zuchterfolge und stellten Federvieh zur Schau. Eckhard Brinck und seine Helfer von der Feuerwehr waren in dieser Zeit mit der Zubereitung einer leckeren Erbsensuppe an der Gulaschkanone beschäftigt.

Zu einem weiteren Höhepunkt an diesem Vormittag gestaltete sich die kleine Friedensfahrt auf der Bahnhofstraße. Das Team vom Kleinmühlinger Radsportmuseum hatte dieses Ereignis akribisch vorbereitet. Während sich die Radprofis derzeit bei der Tour de France quälen, machten es ihnen die kleinen Amateure aus unserer Region und den Nachbarorten aus Klein- und Großmühlingen nach. Sogar Fahrer aus Dessau und Berlin gingen an den Start. Doch die in Eggersdorf weilenden Ferienkinder Mael und Noam Pujante-Nowak aus Frankreich sorgten noch zusätzlich für eine internationale Beteiligung bei dem Rennen. Sie konnten sogar einen Doppelsieg in ihrer Altersklasse erringen. Mit den Klängen der Friedensfahrthymne startete Horst Schäfer die Rennen. Er war besonders angetan von den vielen Zuschauern an der Strecke und drückte es mit folgenden Worten aus: „So eine Resonanz bei einer Friedensfahrt hab ich noch nirgends erlebt – hier merkte man eine Begeisterung“. Im Festzelt erfolgte dann die Siegerehrung.

Nach dem Festumzug hatte der Eggersdorfer Frauenchor seinen Auftritt. Die Sangesschwestern zeigten sich diesmal in „kunter–bunter“ Anzugsordnung. Sie trugen nämlich die Chorkleidung, die sie seid dem Bestehen vor 45 Jahren bei Auftritten bereits getragen haben, wollten an alte Zeiten erinnern Am Nachmittag waren alle beim Festumzug dabei und zeigten, was Eggersdorf alles zu bieten hat.

Zu einem Höhepunkt bei der abendlichen Tanzveranstaltung gestaltete sich die Auswertung der vom Heimatverein organisierten Quiz Fragen über die Bördegemeinde. Da kein Teilnehmer alle zehn Fragen richtig beantwortet hatte, musste Glücksfee Johanna Hamel den Sieger durch Losentscheid ermitteln. Annet Schiemann war die glückliche Gewinnerin eines Essengutscheines in einer Eggersdorfer Gastwirtschaft. Die meisten Teilnehmer scheiterten an der zehnten Frage, denn in Eggersdorf gibt es wirklich 155 Straßenlaternen und nicht 58 oder 87, wie auf dem Fragebogen noch vermerkt war. Ein Blick in die Geschichte sei an dieser Stelle erlaubt. 1910 erleuchteten zehn Gaslaternen das Dorf, und die älteren Bürger können noch genau sagen, wo diese Laternen im Ort standen.

Das von der Gaststätte Zum Pferdestall organisierte Kaffeetrinken am Sonntag mit Schülern der Musikschule Fröhlich war ein weiterer musikalischer Leckerbissen und ebenfalls sehr gut besucht. Flotte und bekannte Weisen erfreuten die Besucher und die Einladung zum Mitsingen wurde gern angenommen. Die Chordamen versorgten zunächst die Gäste mit ihren selbstgebackenen Kuchen und sorgten dann spontan für stimmungsvolle Unterhaltung mit Gesangsdarbietungen an den Stehtischen.

Zahlreiche begeisterte Gäste gratulierten den Verantwortlichen zum guten Gelingen des Festes. Die Leiterin der Trachtengruppe aus Beyendorf-Sohlen griff spontan zum Mikrophon auf der Bühne, bedankte sich für die Einladung und drückte ihre Begeisterung für das Fest aus. Dem kann man nur beipflichten, denn ein solch‘ großes Fest, wie es die Eggersdorfer gefeiert haben, fordert im Vorfeld immer großen Einsatz und persönliches Engagement. Die führenden Mitglieder des Festkomitees Rosemarie Ziem, Frank Lichtenfeld und Jürgen Rode sollte man dabei hervorheben. Aber auch den zahlreichen Vereinen, die mitgewirkt haben, muss man Dank und Anerkennung zollen. Sie haben viele Ideen und Herzblut in die Vorbereitung und Durchführung der 810-Jahr-Feier investiert.