Sachsendorf l Ihr Jubiläum hätten die Sachsendorfer Feuerwehrleute eigentlich im Januar feiern können. Denn der 7. Januar 1933 gilt als Gründungstag der freiwilligen Feuerwehr. Ganz so freiwillig geschah die Gründung seinerzeit allerdings nicht. Eine Polizeiverordnung sah die Zwangsgründung der Wehr vor. 42 Einwohner meldeten sich damals interessiert an der Mitarbeit in der Wehr. Letztlich traten dann 30 von ihnen ein.

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Wehr Höhen und Tiefen erlebt. Aktuell sind noch 15 Bürger als Einsatzkräfte in der Wehr tätig, sagt Ortswehrleiter René Sablottny. Gut die Hälfte davon ist als Atemschutzgeräteträger registriert.

Das ist für eine kleine Feuerwehr wie in Sachsendorf eine beachtliche Zahl, findet der Ortswehrleiter. Dennoch könnten es natürlich mehr Kameraden sein, die die Anforderungen erfüllen. Ausgerüstet ist die Truppe mit einem Löschgruppenfahrzeug. Das hatte die damals noch selbständige Gemeinde Sachsendorf 2003 angeschafft. Neun Insassen fasst das Fahrzeug.

Wunsch nach Mitarbeit

Um immer einsatzbereit zu sein, wird als Richtwert eine doppelte Besetzung – im Idealfall eine Dreifachbesetzung – aller Positionen empfohlen. Davon sei die Wehr noch entfernt, gibt René Sablottny zu. Seine Rede nutzte er an diesem Sonnabend aus, um an die Einwohner des Barbyer Ortsteils zu appellieren, in der Wehr mitzuarbeiten.

Auch in Zukunft braucht es noch Frauen und Männer im Ort, die sich um die Sicherheit kümmern und in der Feuerwehr ihren Dienst tun, schätzt er ein.

Fünf Jahre hatten sich die Sachsendorfer Kameraden auf ihr Fest vorbereitet. Fünf Jahre lang sparten sie Geld an. Vor allem mit Sponsorengeldern und Spenden sei das Fest finanziert worden, sagte ein Feuerwehrmann.

Mit einem großen Festumzug wollten sich die Feuerwehrleute in ihrem Ort zeigen. Wegen der tropischen Temperaturen am Sonnabend ließen sie nur die Einsatzfahrzeuge durch den Ort fahren. „Auf die Fußtruppen haben wir verzichtet“, sagt der Ortswehrleiter. Das habe er niemandem zumuten wollen bei den Temperaturen. Vielmehr suchten die Gäste im Festzelt nach schattigen Plätzen.

Ohne Bürgermeister

Enttäuscht zeigt sich der Ortswehrleiter von der Lokalpolitik. „Der Bürgermeister ist nicht zu uns gekommen. Er hat eine Mitarbeiterin geschickt.“ Ebenso hatten der Stadtwehrleiter und sein Stellvertreter abgesagt, bedauert er. Ob es daran liege, dass er auch mal eine andere Meinung vertrete, fragt er sich.

Die Sachsendorfer Wehr verstehe sich als Teil der Stadtfeuerwehr. Da wäre es schön gewesen, wenn alle Kameraden die gleiche Wertschätzung durch die Lokalpolitik erfahren hätten, sagt er weiter. Schließlich gehöre es zur Demokratie dazu, dass nicht alle die gleiche Meinung haben.

Nach dem Fest werde sich die Wehr wieder auf die Kernaufgaben konzentrieren, kündigt er an. Dazu gehöre auch, weiter für eine Mitarbeit unter der Bevölkerung zu werben. „Wir brauchen auch in Zukunft noch funktionierende Feuerwehren.“

Außerdem wolle er sich gegenüber der Stadt dafür einsetzen, dass die Ausrüstung weiter verbessert werde. Neben dem Löschgruppenfahrzeug gibt es kein weiteres Einsatzfahrzeug, beschreibt er. „Die Kameraden, die keinen Platz mehr finden, fahren in der Regel mit ihrem privaten Fahrzeug zur Einsatzstelle hinterher. Ich wünsche mir, dass wir in Zukunft noch einen Mannschaftstransporter haben, der dies leisten kann“, erklärt er weiter. Schon aus Sicherheitsgründen halte er dies für angebracht.