Schönebeck/Stemmern l Die Mitglieder des Motorsportclub Schönebeck (MSC) haben sich kürzlich vergewissert, dass ihre Aufforst-Aktion, welche vor rund einem Jahr durchgeführt wurde, auch geglückt ist. Ende 2019 haben die Motorsportler nämlich rund 8500 Bäume und Sträucher gepflanzt, erklärt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Andre Ristau. Der Ergebnis der Nachkontrolle ist zufriedenstellend – die Pflanzen scheinen zu gedeihen, freut er sich.

„Die Bäume zu pflanzen war eine Bedingung im Rahmen der Erweiterung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes an den Verein“, erklärt der Schönebecker. Es handelt sich also vereinfacht gesagt um einen Ausgleich für die Nutzung des Hummelberg-Areals durch den Verein. Denn bei den Motorradfahrten und Trainingseinheiten entstehen nachvollziehbarer Weise Geräusche durch die Motoren und es werden Abgase an die Umwelt abgegeben. Mit der Aufforstung soll dies also kompensiert werden.

Unbewachsene Fläche

Wer sich jetzt fragt, wo diese ganzen Bäume und Hecken stehen, der wird nicht in Schönebeck und auch nicht im Salzlandkreis fündig. „Es standen keine geeigneten Flächen zur Verfügung“, erklärt Ristau. Vorgabe war es nämlich, eine bisher unbewachsene Stelle aufzuforsten.

Doch dieses Problem ließ sich im benachbarten Landkreis lösen. Denn zufällig hatte Dirk Schünemann aus Stemmern (Gemeinde Sülzetal, Landkreis Börde) eine geeignete Fläche, die er dem MSC zur Verfügung stellt. Jagdfreunde von Schünemann haben den Kontakt zwischen ihm und den Motorsportlern hergestellt.

Win-Win-Situation

„Das war gewissermaßen eine Win-Win-Situation. Der Motorsportclub suchte eine Fläche, wo die Ausgleichspflanzungen durchgeführt werden können und ich hatte die Fläche und konnte Hilfe gut gebrauchen“, sagt Schünemann. Nachdem er sich um die erforderlichen Genehmigungen und Behördengänge gekümmert hatte, konnte es losgehen.

In Kooperation mit Landwirten und Jägern bepflanzen Ristau und seine Vereinskollegen eine ehemalige Kiesgrube – das von Schünemann bereitgestellte Gelände. Vor allem Bergahorn, Waldkirsche und Stileichen wurden gepflanzt. Darüber hinaus aber auch Holzapfel, Holzbirne, Eiben, Roteichen und Schwarzkiefern sowie verschiedene Sträucher.

Furchen ziehen

„Dass die ganze Aktion so umfangreich wird, haben wir vorher nicht gedacht“, resümiert Ristau. So musste der Boden beispielsweise durch Mulchen und das Ziehen von Furchen vorbereitet werden, bevor die eigentliche Pflanzaktion starten konnte. Außerdem wurde ein Zaun errichtet, um die jungen Bäume und Sträucher zu schützen. „Glücklicherweise organisierte Förster Jens Dedow uns eine Pflanzmaschine – das hat auf jeden Fall geholfen“, sagt Andre Ristau.

Dirk Schünemann bestätigt gegenüber der Volksstimme, dass die Bäume gut angewachsen sind. „Das war ein voller Erfolg“, sagt er.

Kästen für Fledermäuse

Neben den in der Börde gepflanzten Bäumen und Sträuchern hat der MSC aber auch in Schönebeck noch etwas für die Natur getan. Wie Ristau erklärt, habe man auf Anregung des Naturschutzbundes (Nabu) mehrere Fledermauskästen auf dem Hummelberg verbaut. Diese dienen den nachtaktiven Tieren tagsüber als Quartier. Mehrere deutsche Fledermausarten gelten als bedroht.

Darüber hinaus bleibt eine rund 3000 Quadratmeter große Fläche auf dem Hummelberg naturbelassen und dient somit verschiedenen Tieren als Lebensraum.