Schönebeck l Robin Däsler weiß jetzt schon, dass er später einmal Lehrer werden möchte. „Nur die Fächer muss ich mir noch aussuchen“, sagt der 15-Jährige aus Biere, der die neunte Klasse Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums in Schönebeck besucht. Dort präsentierten sich am Sonnabend 25 Unternehmen und Bildungseinrichtungen, um die Fragen der Jugendlichen auf der Suche nach ihrem Traumberuf zu beantworten. Mit dabei waren unter anderem verschiedene Universitäten und Hochschulen, die Stadtwerke, das Ameos-Klinikum, die Polizei und die Bundeswehr.

Frühzeitig informieren

Robin Däsler hat ist mit der Entscheidung für die Fächer, die er später einmal unterrichten möchte, aber noch nicht eilig. „Ich habe noch etwas Zeit, um mich zu entscheiden. Aber es schadet nicht, sich frühzeitig zu informieren“, sagt der Schüler.

Das sieht Lehrer Ralf Gocker ähnlich. „Wir veranstalten die Berufsfindungsmesse bereits zum 14. Mal“, sagt Gocker, der die Veranstaltung am Schönebecker Gymnasium organisiert. Mit der Resonanz in diesem Jahr ist der Lehrer sehr zufrieden. ‚„Wir hatten dieses Mal 25 Aussteller. Mehr würden wir fast gar nicht unterkriegen“, sagt Ralf Gocker. Vor allem die Stände der Polizei würden von den Jugendlichen regelrecht belagert. Das Interesse an Berufen in Uniform sei groß, sagt der Lehrer.

„Zusammen mit dem Tag der offenen Tür für die vierten Klassen und den Eltern hatten wir etwa 400 Besucher“, schätzt er. Denn an diesem Tag kommen auch Grundschüler mit ihren Familien an die Schule, um sich über das Bildungsangebot zu informieren – und um dann hoffentlich später auch das Gymnasium zu besuchen. Die Lehrer präsentieren an diesem Tag daher den Besuchern auch ihre Schulfächer. Gerade in den Naturwissenschaften werden da auch die einen oder anderen spannenden Experimente vorgeführt.

Tabea Michael möchte nach dem Abitur Sprachen studieren. „Ich würde Englisch und Französisch bevorzugen“, sagt die 16-Jährige. Lehrerin wäre für das Mädchen auch eine Option. Aber die Zehntklässlerin interessiert sich auch für andere Bereiche. „Das ist schon spannend, was man hier alles erfahren kann. Ich habe mich auch über das Medizinstudium informiert“, sagt Tabea Michael. Allerdings sei der geforderte Notendurchschnitt und der Anteil an Naturwissenschaften dabei ziemlich hoch, befürchtet sie.

Ausbildung oder duales Studium

Zu den Arbeitgebern, die sich auf der Berufsfindungs-Messe präsentieren, gehört unter anderem auch das Schraubenwerk Zerbst. „Wir bieten sechs Ausbildungsberufe an, darunter den Werkstoffprüfer oder den Elektroniker“, sagt Kristina Krause von dem Unternehmen, das besonders belastbare Schrauben für Windräder und Achterbahnen produziert. Ziel sei es, die Auszubildenden auch zu übernehmen. Der Bedarf an guten Mitarbeitern sei in jedem Fall immer da. „Unsere Auszubildenden können auch eine Zeit lang in unserem Werk in Frankreich arbeiten“, sagt Kristina Krause. Manche einer sei sogar gleich dort geblieben.

Auch ein duales Studium im Bereich Maschinenbau oder Betriebswirtschaft sei im Schraubenwerk Zerbst möglich. „Wir kommen schon seit drei Jahren zu dieser Messe, weil die Assistentin unser Geschäftsführung am Schönebecker Gymnasium ihr Abitur gemacht hat“, sagt Kristina Krause. „Und auch ehemalige Schüler kommen zur Berufsmesse. Das spricht für diese Schule“, findet sie.

Abiturient Matthis Kieselbach hingegen hat bereits einen Ausbildungsplatz zum Industriemechaniker in Magdeburg. „Ich bin nur hier, um Essen zu verkaufen. Wir nehmen damit Geld für unseren Abiball ein“, erzählt der 19-Jährige. Für seinen Ausbildungsplatz hat er sich bei größeren Messen in Magdeburg, bei der Arbeitsagentur und im Internet informiert. „Die Messe am Gymnasium ist zwar etwas kleiner. Aber ich finde es gut, dass sich hier auch regionale Unternehmen präsentieren“, sagt der Schüler in Hinblick auf Aussteller wie den Fachhändler Hempelmann, die Stadtwerke Schönebeck oder die Städtische Wohnungsbaugesellschaft Schönebeck.

Und auch Jugendliche von anderen Schulen schauten sich an diesem Vormittag am Schönebecker Gymnasium um. So etwa Amelie Grüning aus Pretzien, die eigentlich die zehnte Klasse am Gymnasium in Gommern besucht. Doch die Messe hat sich in den 14 Jahre einen guten Ruf erarbeitet. „Ich möchte später Betriebswirtschaft in Magdeburg studieren und dann im Familienunternehmen arbeiten“, weiß die 16-Jährige schon. So hatte schon ihr Großvater das Straßenbauunternehmen, das jetzt von ihrem Vater weitergeführt wird. Mit ihrem Vater verstehe sie sich gut, so dass sie überzeugt ist, dass auch die Zusammenarbeit gut klappen würde. Auch das Schönebecker Gymnasium gefällt Amelie Grüning gut. „Hier gibt es wirklich ein breites Angebot“, sagt sie.