Schönebeck l Am liebsten Acryl auf Leinwand. Aber es darf auch Holz oder Glas sein. Oder einfach mal mit Pastell. Oder Kreide. Gern gegenständlich und naturalistisch. Gern auch einmal abstrakt. Oder zur Abwechslung experimentell. Christine Schnitzer beschäftigt sich erst seit knapp drei Jahren intensiv mit der Malerei. Sie hat viele Techniken ausprobiert, probiert auch weiterhin, was möglich ist. Sie spricht von Pouring (Ineinanderfließen von Farben), von Fadenmalerei, berichtet, wie sie ein Bild mit Hilfe von Q-Tipps kreiert hat. „Das Malen macht mir einfach Spaß“, sagt die Welsleberin und lächelt wie ein aufgewecktes Kind, das Freude an allem hat, vor allem immer daran, was es gerade so macht. Nun hat die 71-Jährige im Schönebecker Soziokulturellen Zentrum Treff eine Ausstellung eröffnet, musikalisch ummalt von Wolfgang Petri.

Das „Treff“-Team hat, wie bei Ausstellungseröffnungen im Hause üblich, einen Kurzfilm über die Künstlerin erstellt. Das Publikum erfährt darin, dass Christine Schnitzer 1946 in Glöthe zur Welt gekommen ist.

Christian Meinel vom Treff findet in seiner Laudatio wieder einmal Worte, die aufmerken lassen. Er sagt: „Sie shopt im Netz der Möglichkeiten. Und dehnt somit kontinuierlich ihren kreativen Horizont weiter und weiter aus.“ Fantasie würden ihre Werke beim Betrachter erwecken, einfach deshalb, weil sie mit Fantasie entstanden sind. Und dann folgt mittendrin ein Satz, der wie ein Mantra jedes Menschen Leben begleiten könnte und sollte: „Man darf sich nicht entmutigen lassen.“

Bilder

Sie will lernen

Ein Satz, den sich Christine Schnitzer in den vergangenen drei Jahren immer wieder selbst zugesprochen hat. Jetzt, sagt sie, habe sie wohl den Bogen raus. Doch freilich gebe es noch viel zu lernen, anzunehmen, auszuprobieren. Am Anfang habe sie viel „schwere Kunst“ fabriziert, wie sie ihre nicht sonderlich geglückten Bilder beschreibt.

Bereits mit 14 Jahren hatte die damalige Schülerin ihre Freude am Zeichnen entdeckt, am liebsten mit Bleistift. Das Arbeitsleben hielt Christine Schnitzer vom Zeichnen und Malen ab, jetzt, im Ruhestand, ist dafür Zeit und Muße. Vor drei Jahren wirkte die Begegnung mit einer Bekannten, einer Malerin, wie ein aufglimmendes Feuer.

Ihre mit unterschiedlichen Techniken und in verschiedenen Stilen geschaffenen Bilder wirken minimalistisch - die meisten zumindest. Flächenhaft auch, mit einfachen Mitteln erstellt. Doch - und genau das ist die Kunst in der Kunst - das Wesentliche ist - oft - erkannt, festgehalten, in ihrer Handschrift umgesetzt.

Der in Calbe lebende Maler Hans Both ist zur Vernissage zugegen, schaut sich die Bilder genau an. Mehr Zeit lassen solle sie sich für die Gesamtkomposition - auch für Details, meint er an Christine Schnitzer gewandt.

Motive findet die Künstlerin unter anderem im Internet, manchmal dienen ihr auch Fotos als Vorlage. Ihr Bild „Hurrikan“, das in der Tat einen aufziehenden Sturm zeigt, fand als eines der ersten ihrer Werke einen Käufer. Ausgestellt hat Christine Schnitzer bereits in der Schönebecker Stadtbibliothek (2016) und in der Reha-Klinik Bad Salzelmen (2017). Die Ausstellung im „Treff“ kann bis 1. Juni in Augenschein genommen werden. Und wem es nicht gefällt - „der guckt einfach nicht hin“, sagt Christine Schnitzer locker vom Hocker.

Weitere Informationen unter Telefon (03928) 6 75 22.