Plötzky l Ilka Struzyna, Thomas Kaufmann und Fred Dannhauer wollen nicht, dass das Gebiet, wie in den Ausschüssen zur Vorbereitung auf die nächste Stadtratssitzung verhandelt wird, in Bauland umgewandelt wird. Sie befürchten, dass sie sich an den anfallenden Erschließungskosten beteiligen müssten, wenn dem Antrag eines Bebauungsplanes zugestimmt wird. In einer Höhe, die sich nicht tragen können und wollen.

Unterstüzung aus der "Bunten Fraktion"

Rückblick: Wie die Volksstimme berichtete, suchen Martin Harsdorf und Konrad Trippler Unterstüzung bei der kommunalen Politik. Sie wollen in dem Gebiet am Rande von Plötzky, in dem eigentlich nur Wochenendhäuser stehen, dauerhaft wohnen. Um ihr Vorhaben durchzusetzen, gründeten sie eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) und boten den politischen Vertretern an, die Planungskosten für die Erstellung eines Flächennutzungs-/Bebauungsplanes zu übernehmen. Sie erhielten für dieses Vorhaben die Unterstützung der so genannten „Bunten Fraktion“, die dafür einen Antrag einbrachte.

Weniger Unterstützung finden sie jedoch bei den Wochenendhaus-Nutzern, von denen viele nach eigener Aussage bisher nicht einmal Kenntnis von diesem Plan haben. Ilka Struzyna, Thomas Kaufmann und Fred Dannhauer wurden auf die Artikel in der Volksstimme aufmerksam und wandten sich mit ihren Bedenken an die Politik.

Weiterhin Wochenendhäuser

Sollte der Rat den Plänen zustimmen, fürchten sie, dass auch für sie hohe Kosten anfallen – obwohl sie ihre Anwesen weiterhin als Wochenendhäuser nutzen wollen. „Über die möglichen Kosten für eine Erschließung des Gebietes wurde nicht einmal im Kreis der GbR gesprochen“, so Dannhauer. Auch der Aussage der Verantwortlichen der GbR, es würden für die Wochenend-Nutzer keine Kosten anfallen, wollten die Kritiker des Vorhabens nicht trauen. „Notwendige Kosten für Erschließungsmaßnahmen sind noch nicht genau zu beziffern, doch sie werden bedeutend sein“, meint Dannhauer. „Es kann außerdem sein, dass für die Umsetzung der Infrastrukturmaßnahmen Teile von einzelnen Wochenend-Grundstücken abgegeben werden müssten“, berichtet Ilka Struzyna.

Die drei Anwohner wollen nicht falsch verstanden werden: „Wir haben nichts dagegen, wenn Menschen dort dauerhaft wohnen wollen“, sagt Thomas Kaufmann. „Aber nicht auf Kosten anderer.“

"Nicht auf Kosten anderer"

Was die drei außerdem ärgert: die Kommunikation. Bisher habe es keine konkrete Kontaktaufnahme von den Gründern der GbR gegeben. 44 von 139 Anlieger hätten ihr Interesse bekundet. Deshalb warben die drei Anlieger ebenfalls bei den politischen Parteien um Verständnis für ihre Lage. Zunächst im Ortschaftsrat Plötzky, wo sie allerdings nach der Einwohnerfragestunde nicht zu Wort kamen (die Volksstimme berichtete). Zwei Tage später sprachen sie dann aber im Wirtschaftsausschuss vor. „Die Mitglieder waren sehr interessiert“, so Dannhauer. Nach dem Gespräch mit der Volksstimme nahmen sie den Kontakt zu Mitgliedern des Stadtrates auf. Zwar sind die Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern noch nicht verhärtet, doch sollte laut einiger Anlieger, dringend mehr Transparenz erzeugt werden.