Calbe l Das warme Wetter lockt die Menschen an die Seen und in die Freibäder auf der Suche nach Abkühlung. Seit dem vergangenen Jahr steht den Calbenser mit dem Heger-Freibad wieder so eine Einrichtung zur Verfügung. Jahrelang mussten sie nach dem Saalehochwasser 2013 darauf verzichten, da die Wassermassen das Freibad stark in Mitleidenschaft gezogen hatten. Sieben Jahre brauchte die Stadt, um den Neubau fertigzustellen.

Damit auch künftige Hochwasser der Saale dem Freibad nichts anhaben können, hatte sich der Planer bei Badbetreibern am Rhein informiert, wie sie das Problem lösen. Entstanden ist ein Neubau, der bei einem neuen Hochwasser wirksam geschützt werden könne, hieß es bei der Eröffnung.

Nachdem das Freibad im vergangenen Jahr wegen Bauverzögerungen, die bei einem Projekt dieser Größenordnung schon mal passieren können, später öffnete, sollte es in diesem Jahr eine ganze Saison geöffnet sein. Die Stadträte versprachen sich dadurch auch Informationen über die Betriebskosten, die das Freibad produziert. Trotz aller modernen Technik lässt sich das Freibad nicht kostendeckend betreiben, hatte Bürgermeister Sven Hause immer wieder vor der Eröffnung betont. In diesem Jahr kam die Corona-Pandemie dazwischen. Erst mit knapp einem Monat Verspätung öffnete die Einrichtung. Da war das Wetter dann viel zu kalt für das Baden unter freiem Himmel. Erst mit dem Sommer kamen die ersehnten warmen Tage.

Maximal 36 Besucher

Maximal 396 Besucher dürfen die Einrichtung gleichzeitig nutzen, um die geforderten Sicherheitsabstände von eineinhalb Meter einzuhalten. Selbst an den bislang heißesten Tagen wurde die Zahl der maximal zulässigen Besucher nicht erreicht. Mitte Juli wurde die bislang höchste Besucherzahl erreicht, teilte Stadt mit. 262 Menschen suchten an dem Tag das Freibad auf. Damit war die Einrichtung erst zu zwei Dritteln belegt.

Ein Teil der Besucher kommt dabei regelmäßig, weil sie Jahreskarten für die Einrichtung haben. 84 dieser Jahreskarten konnte die Stadt in diesem Jahr nach eigenen Angaben absetzen. Dabei erwarben 38 Erwachsene die Karte zum dauerhaften Eintritt. Der Rest entfiel auf Jahreskarten für Kinder.

Da das neue Freibad die Besucherzahlen täglich nicht nur in der Gesamtheit sondern auch danach erfasst, wann das Freibad besucht wurde, wissen die Mitarbeiter der Einrichtung, dass an warmen Tagen vor allem am Nachmittag die meisten Besucher zwischen 15 und 16 Uhr in das Bad strömen. Vormittags ist die Nutzung der Einrichtung dagegen überschaubar. Nachfragen im Stadtrat hatte es gegebenen, nachdem die Stadtverwaltung die Einrichtung an kalten Tagen geschlossen hatte. Bürger hatten sich an Stadträte gewandt, weil sie trotz Jahreskarte die Einrichtung nicht nutzen konnten. Sie wollten auch bei kühlerem Wetter nicht auf ihr Schwimmen verzichten. Schließlich kühlt sich das Wasser langsamer ab und ist auch an kühleren Tagen noch längere Zeit warm.

Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung hatten an kühlen Tagen entschieden, dass die Einrichtung schließt, weil nicht abzusehen war, dass noch Besucher in größeren Zahlen zu erwarten seien. Die Mitarbeiter der Einrichtung könnten dann anders eingesetzt werden. Auf die Kritik im Stadtrat hat die Verwaltung inzwischen reagiert. An kühlen Tagen erfahren die Bürger auf der Internetseite der Stadt Calbe zukünftig, ob die Einrichtung noch geöffnet hat, hieß es kürzlich aus der Verwaltung.

Für Feuerwehr kostenlos

Noch gut einen Monat hat die Einrichtung regulär geöffnet. Erstmals dürfen in diesem Jahr die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Calbe die Einrichtung kostenlos nutzen, hatte der Stadtrat noch vor der Eröffnung beschlossen. Die Stadträte hatten von der Verwaltung aber verlangt, zu erfassen, wie die kostenlose Nutzung von den Kameraden genutzt wird. Zur vergangenen Sitzung des Sozialausschusses, der sich im Heger-Freibad traf, gab es erstmals eine Zahl. Bislang hatte ein Kamerad die Möglichkeit der kostenlosen Nutzung in Anspruch genommen, hieß es damals.

Die Stadträte haben die kostenlose Freibadnutzung für die Feuerwehrleute beschlossen, um das Ehrenamt in der Stadt zu würdigen. Schließlich sind die Kameraden im Auftrag der Stadt unterwegs und sorgen regelmäßig dafür, dass sich die Bürger sicher fühlen können.

Neu eingeführt wurde in diesem Jahr auch die Möglichkeit, das Freibad nach dem Kauf einer Tageskarte zu verlassen und dann erneut das Bad zu besuchen. Im vergangenen Jahr hatten sich Bürger beschwert, die zum Essen nach Hause gegangen waren und anschließend noch einmal den Tageseintritt zahlen mussten. Einige Bürger hätten bislang von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, das Bad kurzzeitig zu verlassen, teilte die Stadt weiter mit. Als Freizeiteinrichtung bietet sie für die ganze Familie Abwechslung und Entspannung. So steht für die Kinder ein Planschbecken und eine kleine Rutsche bereit. Für eine große Rutsche hat der Bürgermeister vor einigen Monaten eine öffentliche Sammlung gestartet. Insgesamt soll dabei die Summe von 100.000 Euro durch Spenden zusammenkommen. Der Bau der Rutsche war beim Neubau des Bades nicht förderfähig, weil das Bad so eine Rutsche zum Zeitpunkt der Überflutung der Saale nicht besaß. Über Spenden soll das Vorhaben deshalb finanziert werden.