Breitenhagen l Viele Breitenhagener freuten sich darüber, als in diesem Jahr von Minister Webel endlich die Ersatzpflanzung angekündigt wurde. Die Bäume waren nach dem Deichbruch und der wochenlangen Überflutung, wie so viele im südlichen Elbe-Saale-Winkel, eingegangen. Doch dieser Zusammenhang sei von Seiten des Landes - das Baulastträger der Straße ist - angezweifelt worden, erinnert sich Breitenhagens Ortsbürgermeister Hans-Georg Buszkowiak. Zusammen mit der Stadtverwaltung habe man die Verantwortlichen schließlich überzeugen können, dass die Ahornbäume in die Kategorie Hochwasserschaden fallen.

Soweit die Vorgeschichte.

Dementsprechend erfreut sei man gewesen, dass es nach der Ankündigung des Ministers los gehen sollte. Doch bisher steht noch nicht ein einziger Baum.

Stefan Hörold, Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde, bestätigt das Vorhaben. Es sei vorgesehen gewesen, mit dem Ende der Vegetationszeit und bei entsprechender Witterungslage mit den Pflanzarbeiten zu beginnen. „Bedauerlicherweise stellte sich bei Baubeginn heraus, dass über die gesamte Pflanzstrecke eine Trinkwasserleitung der Städtischen Werke Magdeburg (SWM) verlegt ist“, so Hörold. Die Leitung liege zwar in der benachbarten Ackerfläche, jedoch zu nah an der beabsichtigten Pflanzreihe, sodass entsprechende Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden müssten. In den Bestandsunterlagen der Straßenbauverwaltung war die Wasserleitung nicht vermerkt, weil sie auf dem benachbarten Ackergrundstück liege. So sei sie in der Vorbereitung der Baumpflanzung nicht berücksichtigt worden.

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15.000 Euro teurer

In weiteren Abstimmungen, Vermessungen und der Lagebestimmung der Wasserleitung in Zusammenarbeit mit der SWM sei festgelegt worden, dass ein erheblicher Teil der Bäume mit Wurzelschutzmaßnahmen ausgestattet werden sollen, begründet Stefan Hörold die Verzögerungen.

Aber wie schützt man eine ziemlich tief liegende Wasserleitung vor Wurzelwerk? Als Sperre wird bei Baumpflanzungen im Nahbereich - der Abstand des Baumes zur Leitung müsse kleiner als 2,50 Meter sein - „undurchwurzelbare“ PVC-Folie oder Platten in die Pflanzgrube eingebaut. Damit werde verhindert, dass sich die Baumwurzeln in Richtung Leitungsverlauf ausbreiten können. „Die notwendigen Abstimmungen sind positiv in der vergangenen Woche abgeschlossen worden, sodass wir abhängig vom Witterungsverlauf die Pflanzung im März umsetzen werden“, kündigte Stefan Hörold an.

Beginnend am Abzweig nach Lödderitz bis zum Dröningsgraben kurz vor Breitenhagen sollen 122 Spitzahornbäume und zwei Winterlinden in die Erde gesetzt werden. Das Land bezifferte die Summe anfangs auf rund 60.000 Euro. Durch die Schutzmaßnahmen kommen noch mal 15.000 Euro hinzu. Darin seien auch die Kosten für Pflege und Bewässerung bis Ende 2020 enthalten.