Schönebeck l Ein trauriger Anblick bietet sich jenen Passanten, die in diesen Tagen den Schönebecker Elbweg oder den Fußweg parallel zur Elbe zum Restaurant „Weltrad“ gehen. Hier befand sich bis vor kurzem eine Ansammlung von Robinien. Manch Schönebecker spricht sogar von einem Robinienwäldchen, in dem laut Naturschutzbund Nachtigallen bis dato gelebt haben. Seit einer Woche ist dieser Begriff hinfällig. Denn der Großteil dieser Bäume wurde gefällt. Dafür lag jedoch keine Fällgenehmigung vor.

Zum Hintergrund: Ein in Schönebeck ansässiger Unternehmer hat das Grundstück zwischen „Weltrad“ und der Straße Elbweg von der Stadt gekauft. Hier will er Volksstimme-Informationen nach eine Art Schifferschule etablieren.

Behörde stoppt Fällarbeiten

Am Freitag vor einer Woche nun haben die Baumfällarbeiten begonnen. Anwohner waren erschrocken. Einer meldete sich sogar bei der Unteren Naturschutzbehörde. Das bestätigt Alexandra Koch, Sprecherin des Salzlandkreises. Sie berichtet weiter: „Zum Zeitpunkt des Anwesenheit der Unteren Naturschutzbehörde waren schon große Teile des Bewuchses auf dem Grundstück entfernt. Es wurde einvernehmlich mit dem Grundstückseigentümer vereinbart, dass die noch vorhandenen Robinien zunächst nicht beseitigt werden.“

Des Weiteren teilt die Kreissprecherin mit, dass der Vorgang nun im Salzlandkreis geprüft wird. Soll heißen: Der Landkreis prüft, ob und welche Genehmigung für die Beseitigung der Gehölze auf dem Grundstück erforderlich gewesen wäre. Die Kreissprecherin nennt hier eine Genehmigung aufgrund der Baumschutzsatzung der Stadt oder auch eine naturschutzrechtliche Eingriffsgenehmigung aufgrund des Bundesnaturschutzgesetzes als Beispiele. Sollte der Landkreis einen Verstoß feststellen, so Alexandra Koch, dann kann ein Bußgeld erhoben werden.

Stadtverwaltung prüft

Überrascht von den Baumfällungen am Elbweg waren neben den Landkreis-Leuten auch die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung. „Es gab im Vorfeld keine Genehmigung seitens der Stadt. Daher erfolgt nun die Prüfung des Sachverhaltes“, sagt Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz auf Anfrage der Volksstimme.

Fakt ist: Als die Stadt mit einem Stadtratsbeschluss den Verkauf der Fläche am Elbweg in diesem Jahr besiegelt hat, war abzusehen, dass die Bäume früher oder später dem Bauvorhaben weichen müssen. Warum das aber nun ohne offizielle Genehmigung erfolgte, ist im Moment noch unklar. Der Eigentümer des Grundstückes hat sich zu dem Vorfall gegenüber der Volksstimme nicht äußern wollen.