Calbe l Der Technik- und Sozialtrakt des ehemaligen, hochwassergeschädigten Schwimmbades auf dem Heger ist abgerissen. Seit November 2017 waren Baufimen mit dem Abriss beschäftigt. Nun fällt der Blick auf einen riesigen Bagger. Daneben klopfen Mitarbeiter der Rohbaufirma hölzerne Pfähle in den Bereich, in dem die neuen Funktionsgebäude entstehen sollen. Das Vorgehen dient dazu, eine Gründungsebene herzustellen.

Darauf wird später die Bodenplatte gesetzt, auf der die Fundamente für die Trakte errichtet werden, erzählt Axel Rhode vom Calbenser JBR-Bau. Der Rohbauunternehmer und sein Team werden in den nächsten Wochen daran arbeiten. Bis voraussichtlich zum 15. März 2019 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Zu 100 Prozent gefördert

Seit dem 1. März 2018 liegt die Baugenehmigung des neuen, hochwassersichereren Schwimmbades vor. Es handelt sich dabei um einen Ersatzneubau, dessen Kosten zu 100 Prozent gefördert werden. Das bedeutet aber auch, dass der Bau an Vorschriften gebunden ist. So ist etwa eine Verlegung aus hochwasserbedrohtem Gebiet nicht förderfähig. Trotz allem aber gibt es Besonderheiten, damit der fertige Ersatzneubau nicht wehrlos wieder vom nächsten Extrempegel der Saale überrollt wird. Zum Beispiel die Verwendung von wasserundurchlässigem Beton. Dämmbalken sollen vor eindringendem Wasser schützen.

Schon jetzt sei allerdings ersichtlich, dass sich die Kosten für den Neubau auf ungefähr vier Millionen Euro belaufen werden. Als Grund führt das Stadtoberhaupt die „enorm gestiegenen Marktpreise“ an. „Wir sind nicht glücklich, dass wir heute erst hier stehen, aber wir sind glücklich, dass wir überhaupt hier stehen können“, spielt Hause einerseits auf die Förderung, andererseits auf Zeit in Anspruch nehmende Formalien an, die einen reibungslosen Finanzierungsverlauf gewährleisten sollen.

Sechs Spaten stehen gestern vor dem Bauzaun. Die Akteure - von der Planungsgemeinschaft a priori über Bauausführenden sowie Mitarbeiter der Stadt Calbe - setzten ein öffentliches Zeichen, dass der Aufbau nun beginnt. „Wir haben die Hoffnung, dass wir zur nächsten Saison wieder schwimmen können“, erklärt Bürgermeister Sven Hause in der Runde. Derzeit beträgt die bewilligte Investitionshöhe rund 3,43 Millionen Euro.

Wasserfläche halbiert

Obwohl das Projekt als Ersatzneubau deklariert ist, erwarten Badegäste nach der Eröffnung Veränderungen. So wird sich die Wasserfläche mehr als halbieren: Von einst 1300 Quadratmetern auf noch 600. In dem elf Meter breiten Becken soll es künftig insgesamt vier mal 25 Meter Bahnen geben. Dazu ein 76 Quadratmeter großes Kinderplanschbecken. Auch das Grundstück wird westlicher- und nördlicherseits angepasst: Von 16.800 sinkt die gesamte Grundstücksfläche auf 12.500 Quadratmeter.

Ein „Swimmingpool“, wie das neue Schwimmbecken von wenigen hinter vorgehaltener Hand genannt wird, werde es aber definitiv nicht, wehrt sich Hause gegen die ungerechtfertigte Verunglimpfung. Die Eingriffe resultierten aus dem Nutzungsverhalten der Badegäste. Für 15.000 Gäste jährlich sei das Bad demnach ausgelegt.