Calbe l Wassergrundstücke sind gefragt und verkaufen sich von selbst. Demnächst könnte es in Calbe solche Grundstücke für den Traum vom Einfamilienhaus geben. Den Mitgliedern des Bauausschusses lag bei der jüngsten Sitzung ein entsprechender Beschlussvorschlag vor. Demnach plant ein privater Investor auf dem Gelände des ehemaligen Funkwerkes den Bau von Einfamilienhäusern. Für das Gelände soll die Stadt einen Bebauungsplan beschließen, damit das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden kann. Die Freude über die Idee hielt sich in Grenzen.

Stadtrat Daniel Wolfram (CDU/FDP) erinnerte daran, dass den Flüssen nach den vergangenen großen Hochwassern mehr Raum gegeben werden soll. Die Meinung sei, die Flüsse weniger einzuengen, sondern Platz für das Wasser zu schaffen. Mit dem vorliegenden Beschluss mache die Stadt genau das Gegenteil. Überraschenderweise hat das Bauordnungsamt des Landkreises nichts gegen eine Bebauung des Geländes einzuwenden, sagte Katrin Müller von der Bauverwaltung. Selbst beim letzten großen Hochwasser 2013, sagte Bürgermeister Sven Hause, sei das Gelände nicht überflutet gewesen. Hierzu gab es allerdings unterschiedliche Erinnerungen im Ausschuss. Für Frank Wilhelm (CDU/FDP) stellt die Idee eine gute Perspektive dar. Er würde sich nur weniger Vorschriften in dem vorgelegten Entwurf des Bebauungsplanes wünschen, sagte er. Ansonsten würde er es begrüßen, wenn die Bautätigkeit in der Stadt zunehme.

Allerdings müsse sich der Investor auch klarmachen, dass es keinen aktiven Hochwasserschutz an der Stelle geben werde. Noch vor dem Areal, welches jetzt zur Bebauung vorgeschlagen ist, verlauft der umgelegte Saaleradweg, den die Stadt jetzt ausbauen lässt. Daran werde sich auch nichts ändern.

Bereits vor zwei Jahrzehnten hatte der Investor das Gelände des ehemaligen Funkwerkes erworben, erinnerte Frank Wilhelm. In den vergangenen Jahren war der Investor vor allem damit beschäftigt, die dort stehenden Gebäude abzureißen. Er könne es dem Investor nicht verdenken, wenn er es jetzt wieder bebauen wolle.

Im Bauausschuss war die Meinung der Stadträte zu dem vorgestellten Projekt eindeutig. Vier Stadträte befürworteten den Beschlussvorschlag und damit die Bebauung des Areals. Ein Stadtrat stimmte gegen den Beschlussvorschlag und ein Stadtrat enthielt sich der Stimme. Anfang Juli soll der Beschluss bereits vom Stadtrat beraten werden. Die Stadt plant bei einem positiven Beschluss einen städtebaulichen Vertrag mit dem Investor abzuschließen. Außerdem soll das Planverfahren für den Bebauungsplan starten.