Barby l In Barby macht ein Gerücht die Runde: Die Tiefbaufirma, die im Magdeburger Tor seit Wochen den Fußweg grundhaft erneuert, hat seine Mitarbeiter abgezogen, weil die „Stadt die Rechnungen nicht bezahlt“.

„Das Gerücht würde die momentan vorherrschende Ruhe auf der Baustelle erklären, stimmt aber so nicht!“, bemerkte Frank-Holger Heinrich vom Bauamt der Stadt zu einer Anfrage der Volksstimme am Freitag vor Pfingsten.

Personalprobleme

Tatsächlich habe das beauftragte Unternehmen mit erheblichen Ausfällen beim Personal zu kämpfen und deshalb in der letzten Mai-Woche angezeigt, die Arbeiten bis zum 3. Juni zu unterbrechen, um anschließend mit verstärktem Arbeitskräfteeinsatz den Verzug aufzuholen“, erklärte Heinrich. Doch auch nach dem 3. Juni herrschte Ruhe im Magdeburger Tor.

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Auf die dringende Aufforderung durch die Bauüberwachung, diese Vereinbarung auch einzuhalten, habe der Geschäftsführer der Baufirma mitgeteilt, die Arbeiten erst am 11. Juni wieder aufnehmen zu können. Die  anhaltenden und noch verstärkt aufgetretenen Ausfälle beim Fachpersonal könne er einfach nicht kompensieren.

In Verzug gesetzt

„Daraufhin habe ich das Unternehmen schriftlich in Verzug gesetzt und aufgefordert, ab dem 11. Juni die Baustelle so zu besetzen, damit der vertragliche Schlusstermin eingehalten werden kann“, teilte Frank-Holger Heinrich weiter mit. Er betonte aber, dass das Ganze überhaupt nichts mit dem Zahlverhalten der Stadt Barby zu tun habe. „Rechnungen für erbrachte und nachgewiesene Leistungen werden selbstverständlich innerhalb der vorgesehenen Fristen bezahlt“, stellte der Bauamtssachbearbeiter klar.

Seit Dienstag wird im Magdeburger Tor nun wieder gearbeitet. Hier werden Schäden behoben, die durch das Drängewasser von 2013 entstanden sind. Zuerst wurde auf der Nordseite der Straße zwischen der Gänsebrücke und der Einmündung Stadtgraben das alte Gehwegpflaster aufgenommen und erneuert. In diesem Zuge verlegte der Abwasserzweckverband eine neue Regenwasserleitung, die in den Landgraben an der Gänsebrücke entwässert. Frank-Holger Heinrich hofft, dass die Arbeiten auf der Nordseite im Juni abgeschlossen sind.

Danach wird die Baufirma die gegenüber liegende Straßenseite zwischen Feuerwehr-Gerätehaus und NP-Markt in ähnlicher Weise pflastern. Dort braucht aber keine Regenwasserleitung erneuert werden. Hierfür schätzte der Baufachmann nochmal einen Arbeitszeitaufwand von etwa zwei Monaten ein.

Fahrbahn 2004 saniert

Die Fahrbahn der Landesstraße 51 ist seit einer grundhaften Sanierung 2004 ­schmaler geworden. In einer Anliegerversammlung sprachen sich die Anwohner vor 15 Jahren gegen den Einbau von Parktaschen aus, da man sie anderenfalls anteilmäßig zur Kasse gebeten hätte. So setzt man seitdem auf „passive Verkehrsberuhigung“ durch parkende Autos. Finanziert wurde die Straßensanierung damals vom Baulastträger Land Sachsen-Anhalt. Heute kommt das Geld aus dem Hochwasserschadenstopf.

Das neu gestaltete Magdeburger Tor wird von „straßenbegleitendem Grün“ flankiert. Die Grünstreifen zwischen Bordstein und Gehweg müssen die jeweiligen Grundstückseigentümer pflegen, so Frank-Holger Heinrich auf Volksstimme-Anfrage.