Bergwerk

Bernburger Salz reicht noch für Jahrzehnte

Das Salzwerk Bernburg liefert seit 100 Jahren das „weiße Gold“. Die Art, wie dieses gefördert wird, hat sich in den Jahrzehnten aber stark verändert.

Von Paul Schulz
Einer der imposanten Schaufellader im Salzwerk Bernburg. Bis zu 21 Tonnen können diese fassen.
Einer der imposanten Schaufellader im Salzwerk Bernburg. Bis zu 21 Tonnen können diese fassen. Foto: Adam Lach

Bernburg - Salz, das „weiße Gold“. Dieser Rohstoff ist für Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft unverzichtbar geworden. Und der Name lässt es schon erahnen, auch im Salzlandkreis wird Salz gefördert – in Bernburg zum Beispiel. Das zur „K+S Minerals and Agriculture GmbH“ gehörende Salzwerk Bernburg blickt in 2021 sogar auf eine 100-jährige Geschichte zurück.

Wo heute rund 500 Mitarbeiter jedes Jahr 2,5 Millionen Tonnen Steinsalz und fast 300.000 Tonnen Siedesalz zutage fördern, da hatte man es im Jahr 1912 noch auf etwas anderes abgesehen. „Eigentlich war das Bergwerk 1912 eingerichtet worden, um Kali zu fördern. Das war zu dieser Zeit ein boomender Rohstoff, der gute Renditen versprach. Steinsalz, das schon seit Langem in den vielen Salinen der Region verarbeitet wurde, war dagegen nicht so interessant“, weiß Ulrich Göbel aus der Pressestelle von K+S. Auf Dauer erwies sich das Steinsalz aber als Lebensversicherung des heutigen Salzwerkes, weil die Kaliproduktion oft starken wirtschaftlichen Unwägbarkeiten ausgesetzt war und auch die Lagerstätte nur begrenzte Möglichkeiten bot.

Abbau von Steinsalz seit 100 Jahren in Bernburg

1921 – also genau vor 100 Jahren – begann dann der planmäßige Abbau von Steinsalz in Bernburg. Natürlich damals noch längst nicht in so großen Mengen wie heutzutage. Die Jahresproduktion lag in den 20er-Jahren bei wenigen tausend Tonnen.

Doch der technische Fortschritt veränderte auch die Arbeit im Salzbergwerk. Musste anfangs das losgesprengte Salz noch von Arbeitern in die Förderwagen geschaufelt werden, kam in den 30er-Jahren Erleichterung. Ein sogenannter Schrapper, ein von Drahtseilen gezogener Stahlkasten, sorgt seitdem dafür, dass das Salz aus dem Abbau herausgefördert wurde. Der Vergleich mit heutigen Fördermethoden ist noch mal ein Unterschied. „Heute wird das Salz, das früher ein Dutzend Bergleute pro Schicht förderten, von einem Sandvik-Lader mit einer einzigen Schaufelladung transportiert: 21 Tonnen“, erklärt Ulrich Göbel.

Volkseigener Betrieb wird privatisiert

Mit der deutschen Wiedervereinigung ändert sich auch im Salzwerk Bernburg einiges. Der zuvor volkseigene Betrieb wird privatisiert. Zwei Drittel der 1500 Arbeitsplätze gehen dabei verloren. Ab 1993 gehört das Salzwerk dann schließlich zur Kali und Salz GmbH, der heutigen K+S AG. Zudem wird in den 90er-Jahren modernisiert – und zwar mit durchschlagendem Erfolg. „Binnen einer Dekade stieg die Produktivität von 28 auf 76 Tonnen gefördertes Salz pro Mann und Schicht“, so Ulrich Göbel.

Aber auch heute noch ist die Arbeit im Salzwerk von einem steten Streben nach Optimierung geprägt. Neben Verbesserungen in logistischen und verarbeitenden Prozessen wird auch dem Thema Energieeffizienz eine hohe Bedeutung zugesprochen. „Wir wollen schließlich mit der Zeit gehen. Und gerade was Energieeffizienz angeht, kann man sich immer weiter verbessern“, so Göbel.

Salzwerk Bernburg als wichtiges Standbein

Für Dorothee Telaar, die das Salzwerk seit 2020 leitet, steht indes fest: „Innerhalb der K+S Gruppe ist das Salzwerk Bernburg ein wichtiges Standbein der Salzproduktion.“ Außerdem könne man die Märkte in Deutschland und Europa noch lange Zeit mit Produkten aus Stein- und Siedesalz versorgen, so Telaar weiter. Denn die Vorräte, die noch in der Lagerstätte schlummern, sind auch nach 100 Jahren lange nicht aufgebraucht. Vielmehr würden sie noch für „viele Jahrzehnte reichen“, so eine Pressemitteilung von K+S.

Damit werden in Bernburg also weiterhin verschiedene Steinsalz- und Siedesalzprodukte gefördert, verarbeitet und verkauft – vom Speisesalz in der Haushaltsverpackung bis hin zur Lkw-Ladung Auftausalz.