Schönebeck/Staßfurt (vs) l Einen wohl großangelegten Betrugsversuch per Telefon mit hohen Gewinnversprechungen hat es am Montag, 23. November 2020, im Salzland gegeben. Wie die Polizei informierte, soll es vermehrt Anrufe zu angeblichen Gewinnen bei Bürgern im Kreis gegeben haben. Die Polizei warnte davor, darauf hereinzufallen.

Die Masche war stets gleich oder ähnlich: Anrufer würden demnach am Telefon behaupten, dass für den Angerufenen ein Gewinn über 49 000 Euro vorliege. Nun müssten die Auszahlungsmodalitäten geklärt werden.

Misstrauisch bleiben

In den Telefonaten melden sich nach Polizeiangaben nacheinander angebliche Rechtsanwälte und Notare melden, um einen sicheren Anschein vorzuspielen. Die Angerufenen sollen Wertkarten (Google Play oder ähnliches) im Wert von 900 Euro bereithalten, die dann am Freitag abgeholt werden sollen. Es solle dann eine Gruppe von fünf Personen erscheinen, um alles an der Wohnanschrift zu regeln. Bisher sei nicht bekannt, ob die Betrüger schon Erfolg hatten.

Angesichts sich weiter häufender Betrugsfälle warnt die Polizei eindringlich. Als Zielgruppe hätten die Betrüger vor allem lebensältere Menschen ins Auge gefasst, um sie um ihre Ersparnisse zu bringen. Dabei seien die Betrüger meist sehr redegewandt, versuchten im Telefonat bereits alle Zweifel auszuräumen und würden die späteren Opfer dazu bringen, Vertrauen zu fassen.

Hohe Dunkelziffer

Aus Polizeisicht sind auch Familien gefordert, die sich mit der Aufklärung der Eltern und Großeltern befassen sollten. Auch Bankangestellte und Verkäufer von Gutscheinen sollten aufmerksam reagieren, wenn ältere Menschen etwa größere Bargeldsummen abheben (Enkeltrick oder Schockanrufe) oder Gutscheinkarten (Gewinnversprechen) kaufen wollte. „Wenn diese Aufklärung funktioniert kann ein großer Teil dieser Betrügerei verhindert werden“, erklärte Polizeisprecher Marco Kopitz.

Das Dunkelfeld in diesem Deliktsbereich wird von der Polizeisicht dennoch als relativ hoch eingeschätzt. Die meisten Opfer würden sich für ihr Vertrauen und den Gutglauben, der den Betrug schließlich erst ermöglicht habe, schämen und niemandem davon erzählen, so Kopitz.