Schönebeck l Litauen rückt wieder näher. Seit Sonnabend ist eine kleine Delegation mit vier Personen in Schönebeck zu Gast, die aus dem litauischen Trakai angereist ist. Zu dieser Stadt und zur gesamten sie umgebenden Region Rajon hatte der Landkreis Schönebeck mit seinem damaligen Landrat Klaus Jeziorsky bereits 1990 freundschaftliche Beziehungen aufgenommen. Sein Nachfolger Erik Hunker forcierte während seiner Amtszeit noch einmal den Austausch. Dann kam 2009 eine erneute Gebietsreform und die Kontakte brachen weg. Der Salzlandkreis als Rechtsnachfolger des Landkreises Schönebeck zeigte und zeigt wenig bis gar kein Interesse. Doch das ist nun wieder erwacht, allerdings bezogen auf die Partner Stadt Schönebeck und Kreis Rajon.

Im vergangenen Jahr besuchten Mitglieder des hiesigen Städtepartnerschaftsvereins die 5260 Einwohner zählende litauische Stadt Trakai, auch Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) beteiligte sich an dieser privaten Reise. Es gab Gespräche mit Vertretern von Stadt, Stadtrat und Vereinen. Von da an stand fest: Wenn der Salzlandkreis nicht will, dann werden sich eben Schönebeck und Rajon miteinander ins Benehmen setzen.

Noch keine Partnerschaft

Am Montag nun ist eine Absichtserklärung unterzeichnet worden, wohlgemerkt kein Partnerschaftsvertrag. Der freilich könnte irgendwann folgen, hieß es im Rathaus.

Während eines Empfangs erinnerte Bert Knoblauch an einen Anfang der 1990er Jahre erfolgten Hilfstransport nach Litauen und einem späteren Schüleraustausch. In die neugeborene Beziehung will der Schönebecker Städtepartnerschaftsverein Kraft und Ideen investieren. Vereinsvorsitzender Helmut Huppertz machte gegenüber der Volksstimme unter anderem auf eine Senioren-Weltmeisterschaft im Wassersport (Rudern) 2018 in Trakai aufmerksam, an der jeder teilnehmen könne, der sich berufen fühle. Neben der sportlichen Schiene, die sich anbiete, will er auch die Lehrer der Schönebecker Schulen ansprechen und für einen erneuten Schüleraustausch oder ähnliches werben. Jeder Bürger könne sich einbringen, dem an der Beziehung mit Trakai/Rajon gelegen ist.

Als der Hilfstransport 1990 in unsere Heimat kam, war ich noch ein junges Mädchen“, sagte Edita Rudeliene, Landrätin und Leiterin der litauischen Delegation. Ihren Landsleuten habe diese Unterstützung das Gefühl gegeben, Europa vollziehe einen Schulterschluss. Ihrer Meinung nach sei es wichtig, dass europäische Städte zusammen halten. Gemeinsam mit Helmut Huppertz ist sie sicher, dass nun der Grundstein für eine Wiederbelebung der Beziehungen gelegt ist und beide Seiten die unterzeichnete Absichtserklärung mit Leben erfüllen. „Nicht nur auf der administrativen Ebene“, wie Markus Baudisch vom Städtepartnerschaftsverein anmerkte.

Kein Budget

Das verschuldete Schönebeck wird allerdings kein extra Budget einrichten, aber es gibt einen Fonds für Städtepartnerschaften. Der muss genügen, sagte Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz.