Tierwelt

Biber macht sich am Röthegraben in Schönebeck breit

Von Paul Schulz
Der Röthegraben in Schönebeck: Hier scheint sich ein Biber breit zu machen. Paul Schulz

Schönebeck

Das Sicherheits- und Nachrichtentechnik-Unternehmen Sinatec und auch die Firma Behrend Stapler- und Gerätetechnik haben einen eher ungewöhnlichen Nachbarn: am Röthegraben scheint sich nämlich ein Biber ganz wohl zu fühlen.

Laut Michael Wunschik vom Naturschutzbund (Nabu) Schönebeck gehört das Bibervorkommen am Röthegraben zum Biberrevier 3936-36 mit den Namen „Röttgers Kiesgrube“. „Das Revier wird seit Jahren von Elbebibern besiedelt. Hatten sie vor ein paar Jahren ihren Bau noch im Salinekanal, so sind sie aktuell im Röthegraben. Wie meine Beobachtungen im Revier ergab, wird das komplette Gebiet jedoch weiterhin genutzt“, erklärt Wunschik.

Nachtaktive Tiere

Und auch wenn es sich um einen Graben handelt, so fühlen sich die Elbebiber, genauso wie auch Nutrias auch, in dem jetzigen Bereich anscheinend wohl. „Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv, so dass die genügsamen Tiere sich von den tagsüber ablaufenden menschlichen Aktivitäten in der Nachbarschaft nicht weiter stören lassen. Sie verschlafen die Zeit in ihrem Bau“, sagt Micheal Wunschik.

Darüber hinaus gestalten die Nager aktiv ihren Lebensraum. Bei zu niedrigen Wasserstand errichten sie einen quer zum Graben verlaufenden Damm aus Ästen, Zweigen und Lehm, der den Wasserstand wieder ansteigen lässt. Doch warum? Wie der Nabu-Mann erklärt, liegt das daran, dass Biber die Eingänge zu ihrem Bau unter Wasser stehen lassen. Denn Biber tauchen in den Bau hinein.

Biber ist Vegetarier

Übrigens fressen und nagen die Biber nicht einfach so drauf los. „Bäume, vor allem Pappeln und Weiden, werden nur im Winterhalbjahr gefällt, damit sie an die Rinde und Zweige gelangen. Ab Frühjahr fressen die reinen Vegetarier dann die austreibenden und entwickelnden Pflanzen in ihrem Revier, wovon im Sommer bis zum Herbst ausreichend vorhanden sein müssen“, weiß Michel Wunschik.

Von der Elbe aus kommend, im Mündungsbereich des Salinekanals, befindet sich laut Nabu die erste Biber-Ansiedlung mit Bau. Es folgt das Revier 3936-36 und im weiteren Verlauf befinden sich Höhe Klärwerk und bis A14 die nächsten Ansiedlungen. Der Röthegraben wurde und wird weiterhin als Ausbreitungsgewässer für die unter Schutz stehenden Nager genutzt.