Schönebeck l Die einen nennen es Abzocke, die anderen sind froh, dass die Stadt Schönebeck im Schwarzen Weg zur Zeit Geschwindigkeitskontrollen durchführt – bei aktuell erlaubten zehn Stundenkilometern, statt regulären 30. Dass die Tempo-30-Schilder derzeit mit Klebeband versehen und durch mobile Tempo-10-Schilder inklusive „Achtung Fußgänger!“-Beschilderung ergänzt wurden, liegt an dem aktuell hohen Verkehrsaufkommen im Schwarzen Weg – und einem Zusammenstoß mit Fahrerflucht, bei dem ein Fußgänger gestreift wurde.

Grund für den Mehrverkehr sind die bekannten Bauarbeiten an der Calbeschen Straße, die sich im aktuellen Bauabschnitt aufgrund unbekannter Kabel im Bereich der Ampel, voraussichtlich bis zum 11. Oktober verzögern. Ursprünglich sollte der Abschnitt bereits am 30. September freigegeben werden.

Schleichweg über Wohngebiet

Um beispielsweise zum Einkaufszentrum im Süden Schönebecks zu gelangen, nutzen viele Autofahrer aber nicht die eigentliche Umleitungsstrecke über die Ortsumfahrung B246a - Chausseestraße – Jakobstraße – Am Solgraben Leipziger Straße – August-Bebel-Straße – Ruth-Lübschütz-Platz, sondern fahren über die Paul-Illhardt-Straße und das angrenzende Wohngebiet zum Schwarzen Weg.

Seitens der Stadt Schönebeck heißt es: „Dieser vermehrte Schleichverkehr sorgte bereits für massive Bürgerbeschwerden aus dem angrenzenden Wohngebiet. In der vergangenen Woche wurde der Verkehr durch die Stadt Schönebeck beobachtet und die Teilstrecke als besonders gefährlich für Fußgänger und Radfahrer erkannt.“

Unfall bei Tempo 30

Hinzu komme der Unfall, bei dem ein Fußgänger gestreift wurde, der sich bei der üblichen Tempo-30-Regelung ereignete. „Zur Senkung des Gefahrenpotenzials wurde demnach die Geschwindigkeit weiter bis auf zehn Stundenkilometer reduziert“, erklärt die Stadt.

Betroffen von der Tempo-10-Regelung, die seit Montag gilt, ist der Abschnitt zwischen der Kreuzung Schwarzer Weg/Warschauer Straße und dem Bahnübergang. Derzeit sei davon auszugehen, dass die Begrenzung mit der Freigabe der Calbeschen Brücke aufgehoben werden könne.

Keine Buß- und Verwarngelder

Für alle Autofahrer, die am Dienstag geblitzt wurden, gibt die Stadt Entwarnung: „Es handelte es sich um eine Probemessung im Rahmen des Verkehrssicherungsprojektes. Die Daten werden ausschließlich zur internen Bewertung der Verkehrslage genutzt.“ Verwarn- oder Bußgeldbescheide seien aufgrund dieser Messung nicht zu erwarten.