Streifzug mit Naturschützer durch die Einheitsgemeinde

"Bördeland-Biber" ist fest im Visier des Nabu

Von Andreas Pinkert

Dem streng geschützten Biber wird es im Bördeland nicht einfach gemacht. Seine Bauten werden regelmäßig von Unbekannten zerstört. Dennoch lässt sich Meister Bockert nicht vertreiben. Der Naturschutzbund und der Landkreis haben seinen Lebensraum fest im Blick und passen auf, dass keiner zu Schaden kommt - auch nicht der Mensch.

Eggersdorf/Welsleben. Fast ein Jahr ist es her, da brauste angesichts des ungewöhnlich hohen Grundwasserpegels der Unmut vieler Eggersdorfer auf. Bei einer einberufenen Bürgerversammlung stand neben dem Grabensystem im Dorf auch der Biber, der sich bei den Schachtteichen niedergelassen hatte, auf der Liste der möglichen Verursacher. Ungerechtfertigt, wie Experten nach einer Vor-Ort-Besichtigung feststellten. Kurz darauf war die Biberburg von Unbekannten zerstört worden. Ein ähnlicher Vorgang ereignete sich in der Gemarkung von Welsleben, nachdem mitten auf einer Ausgleichsfläche der A14 am Röthegraben eine Biberpopulation einen Pappelwald unter Wasser setzte (Volksstimme berichtete).

"Der Biber ist in beiden Fällen noch da", freut sich Günter Rockmann von der Schönebecker Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu). Der Naturliebhaber ist regelmäßig in beiden Revieren unterwegs.

Im Biberrevier zwischen Welsleben und Schönebeck wurde im vergangenen Jahr illegal der Biberdamm entfernt. "Obwohl der damit verbundene Wasserstau keinerlei Schäden oder Gefährdungen hervorruft, muss er jemanden sehr gestört haben", sagt Rockmann. Freudig stellt er fest, dass sich mindestens zwei Tiere unweit dieser Stelle ein neues Zuhause angestaut haben. "Ein kleines Wasserparadies zwischen Ackerflächen, wo sich weitere neue Tier- und Pflanzenarten angesiedelt haben." Auch dieses Gebiet behält der Nabu weiterhin fest im Visier. Doch seine Freude wird getrübt.

Im Mortzgraben zwischen Großmühlingen und Eggersdorf zerstörten Unbekannte erst kürzlich eine Staustufe. "Ein Nebeneinander von Biber und Menschen ist doch möglich. Der Wasserstand kann durch Einbringen von Rohren in den Staustufen auf einem unkritischen Niveau gehalten werden", sagt Günter Rockmann, der die Untere Naturschutzbehörde des Salzlandkreises über den Vorfall in Kenntnis setzte.

Beim Streifzug durch das Gebiet fiel dem Naturschützer weiterhin etwas Unerfreuliches auf. Am beschädigten Stamm einer jungen Eiche klebten Unmengen an Buchenteer. "Die Rinde ist so sehr beschädigt, dass der Baum zugrunde geht."

Dabei handele es sich um eine sogenannte Wildschweinkirrung, mit der Schwarzwild durch die stark riechende Masse angelockt werde, erklärt Bernd Dyballa von der Kreisjägerschaft Schönebeck auf Nachfrage. Allerdings reichten als Lockmittel zwei bis drei Fingerhüte vollkommen aus. Seine Waidmannskollegen nahm er in Schutz: "Landwirte machen Wildschäden bei Jagdpächtern geltend. Das kann teuer werden". Durch zunehmenden Maisanbau für den Betrieb von Biogasanlagen können Wildschweine nicht in bis zu 50 Hektar großen Feldern bejagt werden und müssen an den Feldrand gelockt werden. "Zudem haben wir in den letzten Jahren rund 1000 Bäume gepflanzt, ohne Zuweisungen."