Sachsendorf-Patzetz l Großer Schrecken in Sachsendorfs Ortsteil Patzetz kurz nach Mitternacht. In voller Ausdehnung brannte eines der Siedlungshäuser unweit der Patzetzer St. Trinitatiskapelle.

„Es ging darum, die Wohnhäuser an den Brandgiebeln zu halten, damit diese nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.“

Hundert Meter langes Gebäude

Bei dem Brandort handelte es sich um ein etwa hundert Meter langes Wohn- und Stallgebäude, an dessen Enden sich jeweils ein Reihenhaus befand. Der mittlere Teil, in dem das Feuer ausbrach, wird als Scheune und Lagergebäude genutzt. Nach bisher vorliegenden Erkenntnissen befand sich dort ein Holzlager, das komplett ausbrannte. Während der Löscharbeiten wurde die Ortsdurchfahrt Patzetz für etwa zwei Stunden gesperrt und nach erfolgter Löschung wieder freigegeben. Es kam zu keinen schwerwiegenden Verkehrsbehinderungen, teilte die Polizei mit.

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„Das Feuer konnte trotz der verbauten Brandgiebel auf die Häuser übergreifen und führte zu Beschädigungen. In welchem Ausmaß diese die Bewohnbarkeit einschränken ist noch unklar“, sagte Polizeisprecher Marco Kopitz. Personen seien nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht zu Schaden gekommen.

Der Brandschaden kann jetzt nur durch einen Gutachter beziffert werden, erste Schätzungen gehen von mindestens 80 000 Euro aus. „Der Brandort wurde beschlagnahmt und wird zur Ermittlung der Brandursache untersucht“, informierte Kopitz weiter.

Meterhohe Flammen

Die Flammen schlugen beim Eintreffen der Feuerwehr meterhoch in den Nachthimmel. Nach Angaben des Einsatzleiters Tino Puder von der Freiwilligen Feuerwehr Sachsendorf gingen die Kameraden deshalb sofort zum Außenangriff über. Zur Verstärkung wurden die freiwilligen Feuerwehren Groß Rosenburg, Aken, Breitenhagen und Calbe alarmiert. Aken und Calbe kamen mit Drehleitern.

Insgesamt waren somit 57 Feuerwehrleute vor Ort. Tino Puder: „Es ging darum, die Wohnhäuser an den Brandgiebeln zu halten, damit diese nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.“

Nach seiner Einschätzung sei es den Einsatzkräften gelungen, ein Übergreifen auf die angrenzenden Wohngebäude so gut es ging zu verhindern. Allerdings habe der Wind die Flammen auf das links der Scheune anschließende Wohnhaus getrieben, so dass dort einige Ziegel zur Löschung aufgenommen werden mussten.

Hilfe vom Bagger

Der Anwohner des Brandgrundstücks sei von Nachbarn geweckt worden, berichtet Tino Puder. Er hatte um diese Zeit den Ausbruch des Feuers noch nicht mitbekommen. Hilfe leistete ein Bagger des Rosenburger Tiefbauer Willem Janssen van Doorn, der das verkohlte Holz aus der Scheune holte, damit die Feuerwehr es ablöschen konnte.

Bemerkung am Rande: Tino Puder kam bis zum gestrigen späten Vormittag nicht ins Bett. Die Nachlöscharbeiten nahmen Zeit in Anspruch. „Jetzt kann ich endlich meinen Schlafanzug ausziehen, den ich seit Stunden unter der Einsatzkleidung trage“, lächelte der Groß Rosenburger.