Biere l Die Sonne scheint, das Osterwochenende liegt hinter den Menschen und der Frühling lockt nach draußen. Dennoch hielten sich die Bewohner der Gemeinde Bördeland weitestgehend an die Kontaktbeschränkungen. „Hier wird natürlich auch Kontrolle gefahren, aber die Anwohner sind sehr diszipliniert“, erzählt Bördelands Bürgermeister Bernd Nimmich. „Es gibt nur ganz wenig Überschreitungen.“ Dieses Verhalten seiner Gemeinde mache ihn froh und stolz, erklärt der Bürgermeister.

Auch die Gewerbe gäben sich große Mühe, jedem das Abstandhalten zu ermöglichen. Etwa das Eiscafé Brauckmann: „Natürlich lockt es die Leute bei den Temperaturen und bei dem Sonnenschein zum Eisessen“, erzählt Bernd Nimmich. „Aber das Eiscafé achtet genau drauf, dass nicht zu viele Leute anwesend sind.“ Selbst wenn das Eis dann gekauft ist und die Bördeländer draußen seien, hielten sie sich an den Sicherheitsabstand. Nur manchmal würde es vergessen. „Aber das macht niemand mutwillig“, fügt Bernd Nimmich hinzu.

Man merke aber schon, dass die Bewohner langsam wieder aktiver werden. „Zum Beispiel im Bürgeramt merkt man es, da werden mittlerweile schon ungefähr zehn Termine pro Tag durchgeführt“, erklärt Bernd Nimmich.

Die Frage nach dem Danach

Dennoch: Auch wenn langsam wieder mehr Aktivität aufkommt, Unruhe oder starke Forderungen nach schnellen Lockerungen würden nicht gestellt. „Hier weiß jeder, dass wir das, was wir bis jetzt erreicht haben, nicht unvorsichtig wieder aufs Spiel setzten dürfen“, betont der Bürgermeister. „Fragen, wann und wie es weitergehen kann, kommen aber verständlicherweise trotzdem“, fügt er hinzu.

Bei der ganzen Vernunft kommt aber trotzdem etwas Wehmut auf, wenn er an die ganzen Festlichkeiten denkt, die im Sommer angestanden hätten. „Wir sind hier ein feierfreudiges Völkchen, da gäbe es in den einzelnen Orten immer dieses oder jenes Fest.“ Aber klar ist: Stattfinden kann wohl kaum etwas. „Schade ist es vorallem bei den ganzen Jubiläen die jetzt kommen“, so Nimmich weiter.

Dieses Jahr stehen nämlich einige Gründungsjubiläen von Firmen an, aber auch goldene- und diamantene Hochzeiten. Normalerweise würde der Bürgermeister in solchen Fällen für eine persönliche Gratulation vorbeikommen. Jetzt muss auch er sich an die neue Situation anpassen. „In diesen Zeiten muss ich leider auf die persönliche Gratulation und den Blumenstrauß verzichten. Aber wir haben uns etwas neues überlegt: Jetzt gibt es eine ausführlichere Karte und einen Blumengutschein, der nach der Krise eingelöst werden kann“, sagt er.

Im Sommer wäre auch die Zeit der Volksfeste. Doch grade dort, mit dem ein oder anderen Bier, wäre es kaum vorstellbar, den Mindestabstand einzuhalten. „Außerdem wäre die Stimmung sicherlich seltsam, wenn alle Angst haben, ihrem Nachbarmann zu nahe zu kommen.“

Feste können nachgefeiert werden

Doch es gibt einen Lichtblick: Der Bürgermeister ist sich sicher, dass alle Feste nachgefeiert werden können. „Man muss die Feste jetzt wirklich mit Menschenverstand anschauen, Leichtsinn ist das Letzte was wir jetzt brauchen“, betont Bernd Nimmich. Nachsicht sei in diesen Zeiten wichtiger denn je.

Schön findet Bernd Nimmich auch, dass so viele Leute spazieren gehen würden oder Sport an der frischen Luft betreiben. „Aber natürlich immer mit Sicherheitsabstand“, fügt er mit einem Schmunzeln hinzu.

Einfallsreichtum und Improvisationswillen sind dieser Tage gefragter als sonst. Auch in den bürokratischen Bereichen wurden Anpassungen vorgenommen: So wurde etwa die Frist, in der ein Personalausweis abgelaufen sein darf, verlängert, damit niemand gezwungen ist, Termine diesbezüglich wahrnehmen zu müssen.

Bernd Nimmich lobt aber nicht nur seine Gemeinde, auch für die Bundes- und Landesregierung hat er respektvolle Worte. „Die Regierung macht grade einen tollen Job.“ Auch die Informationsweitergabe zwischen den einzelnen Behörden erwähnt er überaus positiv. „Die Weitergabe von oben klappt wahnsinnig gut und reibungslos. Und die Informationen, die ich bekomme, sind top“, erzählt er.